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DDR

DDR – Russische Spionage-Filmserie

DDR – Russische Spionage-Actions-Film-Serie 2024

„Haupt-Premiere des Jahres“: 16.2.2024

Auf der Basis realer Geschehnisse.  Spionagethriller über die DDR 

Diese Filmserie zeigt die neue Qualität der gesamten russischen Serienindustrie.

Eine Filmserie gleichermaßen für alle,  die interessiert sind:

  • für die Älteren,  weil sie sich an diese Zeit erinnern,
  • für die jüngere Generation, die ihre Geschichte verstehen und herausfinden möchte, was vor fast 40 Jahren passiert ist.

Die Serie erzählt vom Kampf

  • um die Wende der 1980er und 1990er Jahre,
  • um die Archive des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR, das gemeinhin als „Stasi“ bezeichnet wurde.

Die Hauptfigur der Serie ist der sowjetische Geheimdienstoffizier Alexander Netschajew, der sich im Zentrum einer von den Geheimdiensten westlicher Länder organisierten Operation befand.

In Berlin brodelt es – Kundgebungen und Proteste, Forderungen nach der Vereinigung Deutschlands und der DDR, die Berliner Mauer wird sehr bald fallen.

All dies zieht Geheimdienstoffiziere aus der ganzen Welt an. Ihr Hauptinteresse gilt Stasi-Unterlagen mit Dossiers über Weltpolitiker, Daten zum Geheimdienstnetz und anderen Geheimnissen. Diese Dokumente könnten dramatische Auswirkungen auf Europa und die Weltpolitik insgesamt haben und das Schicksal Hunderttausender Menschen zerstören.

„DDR“ setzt neue Maßstäbe für die russische Serienindustrie

Diese Zeit vor dem Sturm, als nicht nur das etablierte, vertraute Leben des Landes, sondern die ganze Welt aus allen Nähten platzte, war genau das Richtige für Drehbuchautoren.

Und es geht nicht nur um die vielen Gründe für Fantasie. Fakt ist, dass das postsowjetische Publikum dieser Ära längst den größtmöglichen nostalgischen Vertrauenskredit entgegenbringt. Tatsächlich ist es in Russland schwierig, einen Menschen über 50 zu finden, dessen Herz sich beim Anblick dieser Warteschlangen, dieser Zhiguli-Autos und dieses Agdam-Portweins nicht zusammenzieht. Die Zeit, als alles begann. Es gab eine Zeit, in der die UdSSR noch die Möglichkeit hatte, einen anderen Weg zu wählen. 

Timur Weinstein, Generalproduzent NTV: Für mich als Menschen, der sich an diese Zeit erinnert, war es wichtig, es so genau wie möglich darzustellen, es war wichtig, in jedem Detail zuverlässig zu sein, und das ist uns gelungen. Die DDR basierte auf realen historischen Ereignissen. Ja, es steckt künstlerische Fiktion darin – das ist unvermeidlich, damit der Betrachter daran interessiert ist, das Geschehen auf der Leinwand zu verfolgen. Ich habe viele Projekte produziert und kann mit Sicherheit sagen, dass eine solche Qualität an Action, Abenteuer, Stunts und Detektivarbeit noch nie zuvor gesehen wurde.

https://vz.ru/culture/2024/2/14/1253321.html

Die Premiere des Spionagedramas „DDR“ mit Alexander Gorbatov und Daria Ursulyak in den Hauptrollen ist ab 16. Februar 2024 – nur auf Wink: https://wink.ru/series/gdr-year-2023

UdSSR, Herbst 1989. Ein riesiges Imperium platzt aus allen Nähten, dieser Gletscher ist dabei, den Damm der Diplomatie und militärischen Allianzen zu durchbrechen und herabzustürzen und alles, was sich ihm in den Weg stellt, mitzureißen.

Die Hauptfigur ist Hauptmann Netschajew, der nach einer gescheiterten Spezialoperation gezwungen ist, seinen Dienst wieder aufzunehmen. In Moskau bittet ein Kollege Netschajew, den Künstlern des Berliner Varietés zu folgen, die einem amerikanischen Journalisten verschlüsselte Informationen übermitteln können. Diese einfache Aufgabe gibt den Anstoß zu einer großen Geschichte, die in Berlin, der DDR, beginnen wird, wo Geheimdienste aus aller Welt aufeinandertreffen.

Regisseur: Sergey Popov
Darsteller: Alexander Gorbatov, Alexander Golubev, Evgeny Kharitonov, Daria Ursulyak, Tatyana Lyutaeva, Kirill Zaitsev, Linda Lapinsh, Vadim Andreev, Evgeny Kutyanin, Gennady Blinov, Elizaveta Bazykina

Die Serie wurde von der Filmfirma „World Russian Studios“ und „NMG Studio“ mit Unterstützung von „IRI“ erstellt.

 

 

Kaliningrad als Drehort der Filmserie DDR

 

Produktion Auto „Trabant“ in Zwickau 1960er Jahre

ГДР | Трейлер (2024) Wink | Александр Горбатов, Дарья Урсуляк

 ГДР (Трейлер №2, сериал 2023 – 1 сезон)

Die ersten Frames der ersten Folge packen sofort den Stier bei den Hörnern.

Das Kleinflugzeug des 19jährigen deutschen Kunstfliegers Matthias Rust, flog fünf Stunden lang ungehindert über sowjetisches Gebiet, in 700 Meter Höhe, rast in Richtung Moskau und landet schließlich auf der Brücke über die Moskwa neben dem Roten Platz. Es ist 1987. Im Film: Rust wird im Dunkeln gehalten, denn er ahnt nicht, daß er eine gefährliche biologische Waffe auf seinem Rücken trägt.

DDR Museum

Das DDR Museum ist einzigartig, außergewöhnlich und eines der meistbesuchten Museen Berlins. Wir zeigen den Alltag eines vergangenen Staates zum Anfassen, dabei wird Geschichte lebendig, interaktiv und trotzdem wissenschaftlich fundiert vermittelt. Alltag – Mauer – Stasi: Die DDR auf einen Blick!

Das DDR Museum lädt Besucher dazu ein, viele verschiedene Facetten der DDR kennenzulernen und in den Alltag dieser vergangenen Zeit einzutauchen. Mit vielen Exponaten zum Ausprobieren und Anfassen in mehr als 35 Themenbereichen kommen hier Groß und Klein auf ihre Kosten. Das mehrmals nominierte interaktive Konzept informiert auf spielerische Weise.

https://www.ddr-museum.de

https://www.youtube.com/@ddrmuseum

Auswahl Bilder aus dem Museum

МУЗЕЙ ГДР В БЕРЛИНЕ – ФОТО

Bildband: „DDR-Alltag in 200 Objekten“

Die materielle Hinterlassenschaft der DDR genießt heute beinahe kultische Verehrung. Vom Goldbroiler über den Luftkissenrasenmäher bis hin zu Geschirr und Besteck im DDR-Design – alle diese verschwundenen Gegenstände sind aus einem Land, das nicht mehr existiert. Der Sammelband soll Eindruck und Überblick vermitteln, wie sich das Leben in 40 Jahren DDR abgespielt und entwickelt hat. Es zeigt auch, welchen Einfluss die Partei und deren Ideologie auf das Alltagsleben der Menschen hatte. Die Auswahl von ungefähr 200 Objekten aus den verschiedensten Lebensbereichen zeigt sowohl die Beschränkungen des Lebens, die sich aus der Mangelwirtschaft ergaben, erzählen aber auch davon, wie sich die Menschen dennoch ihre Wünsche und Träume erfüllten. So entsteht anhand von Objekten ein buntes und vielfältiges Bild der Lebenswirklichkeit in der DDR von Kriegsende bis Mauerfall. Durch die detailgenauen Fotografien von Thorsten Heideck und Adrian Serini und die Texte des Historikers und DDR-Experte 

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Das Senftenberger Ei

Senftenberger Ei – Garten Sitzei aus der DDR 

Peter Ghyczy Senftenberger Garten-Ei

VEB Synthesewerk Schwarzheide in Senftenberg 1968

Ein leuchtend rotes Ding aus Plaste, formvollendet und alltagspraktisch:

Das „Senftenberger Sitzei“ gehört zu den originellsten Relikten, die das Berliner DDR-Museum in seinem neuen Bildband „DDR-Alltag in 200 Objekten“ präsentiert. Das Gartenmöbel – zusammengeklappt eben eiförmig, wasserdicht und transportabel – wurde Anfang der 1970er Jahre vom VEB Synthesewerk Schwarzheide in Senftenberg produziert und kostete schon zu DDR-Zeiten ein Vermögen. Heute darf man auf eBay gerne mal ein paar Tausend Euro hinblättern.

Berliner Kurier, 27.03.2023  

Das Senftenberger Ei auf einem Leipziger Messestand in der DDR (12. März 1973)

Quelle: Bundesarchiv, Bild 183-M0312-0105 / Raphael (verehel. Grubitzsch), Waltraud / CC-BY-SA 3.0

Origrinal-Bildbeschreibung:

Leipzig-Messe; Möbel aus Thermoplaste im Dresdner Hof ausgestellt- Zum Sortiment der im Dresdner Hof ausgestellten Polyurethanmöbel gehört eine ganze Palette sogenannter Beistellmöbel, die vorwiegend für die Ausstattung von Wohnzimmern geeignet sind. Darunter befinden sich auch ein speziell zu diesem Zweck entwickelter Drehsessel „Schwedt“ sowie Hocker, Tische verschiedener Abmessungen und Blumenwannen. Die Polsterung der Sessel und Hocker erfolgt mit weichen Polyurethanschaumstoffen.

Senftenberger Ei im DDR-Museum Pirna

Das Senftenberger Ei und weitere Gegenstände aus Kunststoff im DDR-Museum Pirna.

DDR-Museum Pirna Kunststoffgegenstände Senftenberger Ei 2015-01-17

DDR-Museum in Pirna

Sessel mit einklappbarer Lehne, sog. „Senftenberger Ei“

Ghyczy, Peter (1940-) – Entwurf

Ort, Datierung
Abmessungen
geschlossen: 44 x 73 x 84 cm, geöffnet: 100 x 73 x 84 cm; Gewicht 12,9 kg
Inventarnummer
51133
Die Raumfahrtästhetik und Euphorie der 1960er Jahre als Polyurethan für die Möbelherstellung entdeckt wurde, fand ihren Niederschlag, u.a. im sogenannten „Senftenberger Ei“. Mit einer Rückenlehne, die wie eine Luke geöffnet wurde, entspricht es der Popkultur der Zeit. Durch eingearbeitete Griffmulden war das Sitzmöbel leicht transportierbar und vor allem im Außenbereich auf Balkon und Terrasse einsetzbar, da im zusammengeklappten Zustand regendicht. Auf Initiative von Gottfried Reuter, dem Inhaber der Elastogran GmbH, wurden im Design-Center der Firma in Lemförde visionäre Möbel aus Polyurethan von Peter Ghyczy entworfen. Nachdem Reuter 1971 seine Firma an die BASF verkaufte, wurde das Möbel im Werk in Schwarzheide in der DDR hergestellt und zeigt somit einen interessanten Aspekt der Designgeschichte zwischen Ost- und Westdeutschland.

Garten Sitzei von Peter Ghyczy, produziert in Senftenberg, DDR 1968 

Pillenförmiger Korpus aus Kunststoff-Spritzgus mit aufklappbarer Rückenlehne, Originallackierung rot. Original Sitzpolster mit schwarzem „Dederon“ Stoff.

Preis: € 860,-   (

http://retro-nova.de/senftenberger-ei-garten-sitzei/
http://retro-nova.de/senftenberger-ei-garten-sitzei/

 

 

http://retro-nova.de/senftenberger-ei-garten-sitzei/

Peter Ghyczy Senftenberger Garten-Ei:

Der Westen, die BRD, brüstet sich mit Senftenberger Ei

https://www.dw.com/en/east-and-west-german-design-classics-over-40-years/g-59513640

 

Artikel in FAZ:  SENFTENBERGER EI:Ei aus Algen

Das als „Gartenei“ bekannte verschließbare Möbel ist eine echte DDR-Ikone. Nun gibt es eine umweltfreundlicher Neuauflage aus Algen. Doch das Material hat einen Haken.

Das „Senftenberger Ei“ ist eine echte DDR-Ikone. Das wasserdicht verschließbare Gartenmöbel mit einer Außenverschalung aus witterungsbeständigem Plastik und herausnehmbaren Polstern war laut dem Wende-Museum in Kalifornien, das kurioserweise die weltgrößte Sammlung von Artefakten aus der DDR beherbergt, „typisch für den gestalterischen Innovationsdrang in der DDR“. Dabei kam der Entwurf, der auch als „Gartenei“ bekannt ist, eigentlich aus Westdeutschland. Peter Ghyczy, ein Deutscher ungarischer Abstammung, hatte ihn 1968 für den niedersächsischen Hersteller Elas­togran entwickelt. Als der bankrottging, wanderte die Produktion 1972 in die DDR ab. Das VEB Synthesewerk Schwarzheide bei Senftenberg produzierte die ikonischen Entwürfe, von denen ein Großteil wieder in den Westen ging – mit 430 Mark waren sie schlicht zu teuer für viele Leute im Osten, damals entsprach das dem Monatsgehalt eines kleinen Angestellten.

Bild: Klarenbeek & Dros with Ghyczy

Florian Siebeck

Redakteur in der Wirtschaft.

Das Möbelstück war eines der ersten aus Polyurethan und somit ein Vorbote jener Zeiten, in denen hedonistische Wohnlandschaften aus Kunststoff von einer verheißungsvollen Zukunft kündeten. Der Wind hat sich naturgemäß gedreht. Das hat der Sohn von Peter Ghyczy erkannt und die Designer Eric Klarenbeek und Maartje Dros um Hilfe gebeten. Der Plan: das „Gartenei“ aus Bioplastik zu produzieren. Klarenbeek und Dros kennen sich bestens mit der Materie aus, schließlich forschen sie seit Jahren daran.

„Nach ausgiebigen Tests mit verschiedenen Extrudern und Druck-Robotern ist es uns gelungen, das Ei aus Algen herzustellen“, sagt Klarenbeek. Dafür werden im Labor gezüchtete heimische Algen angebaut und geerntet, in einer Art Entsafter getrocknet und die Trockenmasse zu Filamenten aus Biopolymeren verarbeitet. „Für die Herstellung des Stuhls haben wir über 150 Kilogramm Biopolymere aus Algen verarbeitet – das entspricht etwa einer Tonne Seetang.“

Mit dem Entwurf wollen sie beweisen, dass „klimapositive“ Möbelproduktion kein Luftschloss sein muss, denn Algen binden Kohlenstoffdioxid. Das aus den Zellen gepresste Süßwasser ist außerdem so nährstoffreich, dass Bauern es zum Düngen ihrer Felder nutzen können. Ein halbes Jahr arbeiteten die beiden am Algen-Ei. Es gibt nur einen kleinen Haken: Für den Garten ist der Biokunststoff nicht geeignet, denn unter Feuchtigkeit zerfällt die Biomasse. Zu sehen ist der Prototyp noch bis 4. September im Vitra Design Museum in Weil am Rhein, anschließend im V&A-Museum in London. Peter Ghyczy starb kurz vor der Fertigstellung am 10. März. Er wurde 81 Jahre alt.

 

Stern Combo Meißen – Der weite Weg

scmdww 20121118 1031604256Internetseiten wie diese zu betreiben birgt ein Privileg: Man kann favorisierten Werken noch Jahrzehnte nach ihrem Erscheinen eine große Aufmerksamkeit verschaffen, was umso schöner ist, je weniger die betreffende Schallplatte ihre Spuren in der Historie hinterlassen konnte. Einem der unterbewertetsten Alben der DDRock-Geschichte wollen wir nicht zuletzt deshalb die folgenden Zeilen widmen.

„Der weite Weg“ war die dritte Scheibe der Stern Combo Meißen und zeigt sie, soviel sei vorweggenommen, auf dem Höhepunkt ihrer damaligen kreativen Möglichkeiten. Das untermauert bereits der erste Song „Die Sage“, der sich langsam mit einer einfachen Keyboard-Melodie aus dem Nichts aufbaut, um dann mit einem „Knall“ in voller Blüte zu erstrahlen. Tasten-Arrangements dieser Güteklasse gibt es (weltweit!) nicht allzu viele. Mit sonorer, eindringlicher Stimme beginnt dann Werther Lohse (der zum Zeitpunkt des Erscheinens der Platte bereits wieder bei Lift das Mikro schwang), die Geschichte vom bösen Ritter zu erzählen, die sich nach und nach steigert bis sie in großen Chorälen gipfelt, bevor sie abrupt in einen leiseren instrumentalen Teil übergeht (vergleichbar mit dem im selben Jahr erschienenen „Albatros“ von Karat), der dann seinerseits wieder anschwillt und das Fazit der Geschichte einläutet, das sich später in einem a-capella-Chor mit begleitender Marschtrommel verliert. So werden Kunstwerke geschaffen!
Das zweite Stück „Gib mir was du geben kannst“ kommt etwas weniger episch daher, ohne den künstlerischen Anspruch zu verleugnen, den die Gruppe sich auf die Fahnen geschrieben hatte. „Was bleibt“, das dritte Lied, ist eine Ballade, die ein bißchen nach dem Stil der Gruppe Lift klingt und ursprünglich auch für Werther Lohses Stimme geschrieben worden war. Mit „Der Motor“ folgt ein beschwingtes Stück „mit Botschaft“, das hörbar auf die Tanzböden der Republik zugeschnitten war. Auch nicht schlecht, wenngleich es ein bißchen deplaziert wirkt.

 

Der weite Weg (1979)

Damit war die erste Seite der Schallplatte vorbei und wir erinnern uns noch lebhaft, wie wir sie zum ersten mal nichtsahnend wendeten. Was wir dann hörten, sollte unser Leben für immer verändern. Leise, ganz leise tasten sich die Eingangs-Figuren zu „Der Frühling“ heran, bevor das bekannte Vivaldi-Werk in neuem, modernen Glanze erstrahlt. Die Rafinesse, mit der Thomas Kurzhals diesem, schon im Original nicht gerade faden, Musikstück neues Leben einhauchte, ist geradezu sensationell zu nennen und hat bis heute nichts, aber auch gar nichts an Wirkung eingebüßt! Dagegen nimmt sich der abschließende Titelsong geradezu bescheiden aus, obwohl er für sich gesehen ein ebensogroßes Kunstwerk darstellt, wie es der Opener der Platte „Die Sage“ ist. In bedeutungsschwangeren, philosophischen Versen werden der Sinn des Lebens und das Selbstverständnis des Menschen analysiert und mit ausgefeilten Arrangements in eine ergreifende musikalische Form eingebettet. Hätte man die beiden Stücke der B-Seite getauscht, wäre das Album perfekt gewesen – so bleibt ein winzig kleiner Hauch eines Makels haften.
Dennoch bleibt als Fazit nur, den Hut ganz tief zu ziehen und der Band Respekt zu zollen für das Geschaffene. Nie hat es das Gütesiegel „Artrock made in GDR“ zu größerer Vollkommenheit gebracht! (kf)

VÖ: 1979; Label: AMIGA; Titel: Die Sage · Gib mir was du geben kannst · Was bleibt · Der Motor · Der Frühling · Der weite Weg; Bemerkung: Auch auf CD erhältlich; Musiker: Martin Schreier (dr, perc) · Thomas Kurzhals (keyb) · Norbert Jäger (keyb, perc, voc) · Reinhard Fißler (voc) · Lothar Kramer (keyb) · Werther Lohse (voc) · Bernd Fiedler (bass) · Michael Behm (dr, voc)

Thomas Kurzhals zu „Der weite Weg“: War schon witzig damals im Winter 1979 in Meißen: Ein Teil der Platte wurde im Ü-Wagen vom Rundfunk produziert. Der stand vor der Gaststätte „Hamburger Hof“. Bei „Die Sage“ habe ich eines meiner gelungensten Soli gespielt, und das direkt im Ü-Wagen auf engsten Raum. Unten befand sich der Polymoog und darüber der Minimoog. Dieses Solo (oder auch Chorus) ist quasi aus dem Stehgreif enstanden, innerhalb einer Minute. Quasi ran an die Keyboards und dann los …

Text- und Bildquelle: https://www.deutsche-mugge.de/musik-klassiker/216-stern-combo-meissen-der-weite-weg.html

So sehe ich das auch mit dem Ende der DDR

Anschließen, angleichen, abwickeln der DDR

Als „gelernter DDR-Bürger“ ahnte und wußte ich um die Zusammenhänge des Endes des DDR-Experiments.

Karl-Heiz Roth machte eine Dokumentation auch für diejenigen, die immer noch an eine „friedliche Revolution“ 1989 der DDR-Bürger glauben.

Die Menschen in der DDR waren damals mit vielem zufrieden, aber auch mit genügend unzufrieden, was historisch zur Veränderung und Verbesserung anstand. Sie wollten zur Wendezeit 1989 weder die Abschaffung der DDR, noch grundsätzlich des sozialistischen Gesellschaftsmodells, noch eine Einverleibung in die BRD als feindliche Übernahme.
Wenn es diese „friedliche Revolution“ der meisten Menschen der DDR wirklich gegeben hätte, dann wären die 16,5 Millionen für eine Veränderungen in der sozialistischen Gesellschaft eingetreten – denn noch im Dezember 1989 wollten fast 80% die Weiterexistenz der DDR, aber in Auswertung der gesammelten historischen Erfahrungen mit gesellschaftlichen Verbesserungen.
– Dafür funktionierte bereits praktisch in der DDR der „Runde Tisch“ mit Vertretern aller politischer Interessen, längst nicht nur als „Zentraler Runder Tisch“ in Berlin, der übrigens stundenlang alle Reden und Diskussionen original im Fernsehen übertrug. Nein, überall in den Gemeinden und Betrieben der DDR funktionierte diese wirklich „demokratische“ Organisationsform der Menschen in Umsetzung des DDR-Verständnisses von der Forderung der Bevölkerung „WIR sind das Volk“ für die praktische Verbesserungen der Arbeit und des Lebens im Lande – nicht für eine „Vereinigung“ mit den West-Deutschen unter dem plötzlich zielgerichtet auftauchendem Motto „Wir sind EIN Volk“. 
– Dafür wurde bis zum April 1990 sogar noch eine neue Verfassung der DDR entworfen, die aber dem mitteldeutschen Volk nicht mehr zur Diskussion gebracht wurde.
– Die Werktätigen der DDR, wie die arbeitende Bevölkerung genannt wurde, gingen bis Mitte 1990 weiterhin diszipliniert zur Arbeit an ihre Arbeitsplätze und erfüllten weiterhin ihre Arbeitsaufgaben und Pläne ihren immer noch volkseigenen Betrieben.
– Unter Führung von Ministerpräsident Modrow wurde sogar noch bis zum April 1990 eine Stabilisierung der Volkswirtschaft der DDR erreicht.
Die west-deutschen und anglo-amerikanischen Feinde der (sozialistischen) DDR und ihre schnell aktivierten „Hörigen“ in der DDR sowie die Führung der Sowjetunion hatten aber geopolitisch etwas ganz anderes mit uns geplant.
Übrigens läuft heute die „Abwicklung“ der seit 1990 vergrößerten Firma „BRD“ offenbar auch nach Plan.

Karl Heinz Roth: Anschließen, angleichen, abwickeln: Die westdeutschen Planungen zur Übernahme der DDR 1952-1990  (2015)

Roth erläutert die Planungen, die die beiden wichtigsten westdeutschen Institutionen, die mit der Vorbereitung der Wiedervereinigung befasst waren und die direkt den jeweiligen Bundesregierungen zuarbeiteten der ‚Forschungsbeirat für Fragen der Wiedervereinigung Deutschlands‘ und die ‚Forschungsstelle für gesamtdeutsche wirtschaftliche und soziale Fragen‘ von 1952 bis 1990 entwickelt haben. Anhand des verfügbaren Aktenbestandes dieser Einrichtungen zeigt der Autor, dass die Vereinigung 1990 nach Vorgaben vollzogen ist, die bereits in den 1950er Jahren vor allem von Wissenschaftlern ausgearbeitet worden waren, die zuvor ihre planerischen Fähigkeiten in den Dienst des Nationalsozialismus gestellt hatten. Hochspannend und absolut empfehlenswert uns ist kein vergleichbares Buch bekannt!

Bettina Wegner ©“Zwei Vogelfrauen“

Bettina Wegner

Bettina Wegner (1988) – Von Deutschland nach Deutschland (live im TV)

Von Deutschland nach Deutschland 

Zwei Namen für eh’mals gleiches Land
Die Grenze geht mitten durchs Ich!
Verschiedene Fahnen, nur farblich verwandt
Im Muster verwirren sie sich!
Von Deutschland nach Deutschland, ein Katzensprung
Wie gut, dass die Sprache fast stimmt!
Von der Wut lügt man sich bis zur Mäßigung
Und hofft, dass man wieder schwimmt!
Und abends beim Bier dann der Lebenslauf
Die Sehnsucht wird wegerzählt!
Wenn man fällt, steht man tapfer wieder auf
Und man merkt nicht, dass irgendwas fehlt!
Was bleibt, ist die Heimat als Niemandsland
In dem man verloren geh’n kann
Von niemand geliebt, von niemand erkannt
Und manchmal stirbt man daran!
Vielleicht ist Heimat ja nur ein Stück Haut
Ein Streicheln, ein Lied, ein Baum
Und ein Garten, in dem man Blumen klaut
Und die eigene Kindheit als Traum!
Vielleicht ist Heimat ja nur ein Stück Haut
Ein Streicheln, ein Lied, ein Baum
Und ein Garten, in dem man Blumen klaut
Und die eigene Kindheit als Traum!

https://lyricstranslate.com

„Zwei Vogelfrauen“ (Für Tamara Danz) 25. Todestag von Tamara Danz am 22.7.2021 ©H.V.

Alles was ich wünsche

Alles, was ich wünsche Songtext
von Bettina Wegner
Alles was ich wünsche
ist unsre Liebe
dass die rote Tiefe
uns immer bliebe
dass kein schwarzer Nebel
uns je betrübe
dass kein dunkler Vogel
dies gold’ne Band zerreißt

Nur die hellen Vögel
mit weißen Schwingen
soll’n für uns ein bisschen
vom Ewig bringen
niemals soll’n die Nächte
den Tag verschlingen
und die warme Sonne
soll niemals untergeh’n

Ach die Welt die ganze
möcht ich beschenken
und an einen Abschied
will ich nicht denken
auch nicht an den Tag
der zum Abend neigt

Tief im Meer von Blumen
will ich versinken
und in deinen Augen
zum Grund versinken
dieser große Wunsch
dass die Liebe bleibt

Alles was ich wünsche
ist so verloren
wie die arme Liebe
die wir uns schworen
wie die heißen Herzen
die längst erfroren
wie die rote Blume
die nie mehr blühen wird

Mauerfall 1989: verdeckte Operation zwischen der UdSSR und USA

War der Mauerfall 1989 eine verdeckte Operation zwischen der UdSSR und den USA? Was es heute für die BRD bedeutet

War der Mauerfall eine verdeckte Operation zwischen der Sowjetunion und den USA? Davon ist Buchautor Michael Wolski überzeugt. In seinem im September 2019 bei Amazon erschienen Werk 1989 Mauerfall Berlin – Zufall oder Planung? schreibt Wolski, dass die Wiedervereinigung Deutschlands von den Großmächten UdSSR und USA von langer Hand geplant war und dass Michail Gorbatschow die DDR schon lange vor dem Mauerfall loswerden wollte. Von Frank Schwede

Wolski schreibt: „Nach KGB-Drehbuch und –Regie öffneten ostdeutsche Funktionäre und Offiziere am 9. November 1989 in einer verdeckten Aktion die Westgrenze. Ein Jahr später gab es nur noch einen deutschen Staat. Allerdings war der Kollateralschaden für die Sowjetunion so gewaltig, dass die 1991 in 15 Staaten zerfiel.“

Michael Wolski ist Insider. 1991 wurde er von einem Konzern nach Moskau versetzt. Kurz vor dem Zerfall der Sowjetunion war das. Bald schon lernte Wolski Land und Leute kennen. Auch jene Sowjetbürger, die zuvor in der DDR lebten.

Die ihre ganz eigene Geschichte von Mauerbau und Mauerfall erzählten, als längst Gras über die Sache gewachsen war, kein KGB, keine Stasi mehr wachte, denn da war die Sowjetunion längst Geschichte. Die ganze Wahrheit konnte nun endlich raus. Nach all den Jahren des Schweigens.

Was geschah also wirklich am 9. November 1989? Hört man sich in Deutschland um, wird man auch heute noch zur Antwort bekommen, dass es eine friedliche Revolution der Ostdeutschen war.

Die Amerikaner werden sagen, dass alles bloß ein Zufall war. Wer aber genügend Lebenserfahrung hat, wird wissen, dass es keine Zufälle gibt. Dass der Lauf der Dinge einer bestimmten Ordnung unterliegt. Dass vor allem großer Ereignisse eine lange Planung vorauseilt.

Michael Wolski jedenfalls resümiert, dass der Mauerfall kein Zufall war. Die Beweise finden sich auf 156 Seiten. Der Autor, geboren im sächsischen Freiberg, aufgewachsen in Ostberlin,  skizziert die Hintergründe. Die kleinen und großen Tricks, die Täuschungen der SED-Führung und natürlich die Rolle der Großmächte.

Wolski lebte zu der Zeit des Mauerfalls in Ostberlin. Er war Repräsentanz-Leiter eines US-Konzerns. Gleich nach dem Mauerfall wurde Wolski nach Moskau versetzt. Dort erlebte er dann kurze Zeit später einen zweiten Untergang, den der Sowjetunion.

Wolski spricht von langen Schatten, die der Mauerfall schon viele Jahre zuvor auf den Arbeiter- und Bauernstaat warf. Schon 1986 ereignete sich seinen Worten nach ein nicht erklärbares Ereignis. In einem Interview mit Multipolar sagte Wolski:

„Das erste Mal bin ich bereits in der Vor-Wendezeit ins Nachdenken gekommen. Ich arbeitete seit 1986 im Internationalen Handelszentrum der DDR in Ost-Berlin in einem West-Firmenbüro – bin also aktiver Zeitzeuge des Endes der DDR und später in Moskau auch des Endes der Sowjetunion gewesen.

Das Erste, was mir damals – also schon Ende 1986 – auffiel war, dass die Parteipropaganda im IHZ und bei Parteiversammlungen sagte: „Weil die DDR so anerkannt ist, sind nun erstmals US Konzerne gekommen, die hier in der DDR Repräsentanzbüros eröffnen wollen.“

Alle diese Konzerne wie Dow Chemical oder Honeywell waren in der Bundesrepublik bereits mit riesigen Filialen mit tausenden Mitarbeitern vertreten gewesen. Ich habe mich dann gefragt, warum die jetzt in die DDR wollen. Hatten diese Konzerne doch auffällig früh Wind von den wahren Zielen bekommen?“ (BRD: „Wir sind immer noch besetzt!“ Jan van Helsing im Interview mit Dr. Matthes Haug)

Russland mit keinem Wort erwähnt

Die Wahrheit ist bis heute gut und sicher verpackt. Doch die Öffnung der Archive in Washington, London, Paris und Berlin dürfte nicht mehr lange auf sich warten lassen. Spannungen sind vorprogrammiert.

Anlässlich des 30. Jahrestages zum Mauerfall vor zwei Jahren lobte die damalige CDU Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer die USA für ihren beispiellosen Einsatz beim Fall der Mauer, erwähnte aber mit keiner Silbe die Rolle Moskaus. Vor allem die des letzten Präsidenten der Sowjetunion, Michail Gorbatschow. Anlässlich des 30. Jahrestages sagte Gorbatschow:

„Schon vorher, am Vorabend dieses Ereignisses hatte ich die sowjetischen Truppen vor einem Eingreifen gewarnt: „Keinen Schritt. Sie bleiben, wo sie sind. Das sollten die Deutschen selbst entscheiden. Und sie haben es getan.“

Zwar geht aus dieser Aussage nicht hervor, dass es sich um eine konzertierte Aktion gehandelt hat, doch wenn man zwischen den Zeilen liest, kommt man nicht umhin zu vermuten, dass das Ereignis gesteuert wurde. Dass die Sowjetunion Ballast loswerden wollte, ohne ihr Gesicht zu verlieren. 1999 erklärte Ex-Diplomat Igor Maximytschew:

„Es gab keinen Anlass anzunehmen, dass sich Moskau gegen die Öffnung der Mauer gestemmt hätte, denn die Mauer hat mit jedem Jahr in immer größerem Widerspruch zur Gorbatschowschen Perestroika und zu den Bemühungen Moskaus gestanden, den Kalten Krieg endgültig zu beenden.

Dementsprechend war eine durchlässige Grenze in Berlin für die Strategie Gorbatschows viel günstiger als die Aufrechterhaltung der Abschottung. Wichtig war aber, unter welchen Umständen und zu welchen Bedingungen das geschah.“

Das zeigt, dass es nicht allein die friedliche Revolution war, die zur Grenzöffnung und schließlich zum Fall der Mauer geführt hat. Laut Aussage des ungarischen Politologen Joseph Pozsgai hat die Führung der Sowjetunion schon Mitte der 1980er Jahre mit dem Gedanken gespielt, in naher Zukunft aus den Jalta-Beschlüssen auszusteigen und den Sozialismus aufzugeben.

Pozsgais Angaben nach, hat Gorbatschow da bereits das Angebot gemacht, sich aus Osteuropa zurückzuziehen, um Abschied vom Kommunismus zu nehmen. Natürlich gegen Straffreiheit für die kommunistische Machtelite und das Recht zur Aneignung des Staatsvermögens durch Privatisierung (BRD: „Wir sind immer noch besetzt!“ Jan van Helsing im Interview mit Dr. Matthes Haug).

 

Uncle Sam stand bereits vor der Tür

Michael Wolski sieht darin den Grund, weshalb US Konzerne plötzlich so ein Interesse an der DDR gezeigt haben und schon Mitte der 1980er Jahre in Ostberlin ihre Büros eröffneten. Für Wolski steht klar fest, dass US Konzerne auf die Wiedervereinigung vorbereitet sein wollten.

Fest steht auch, dass der Mauerfall ohne helfende Hände im Hintergrund so nicht hätte stattfinden können. Und hier kommt die Rolle der Sonderbotschafter ins Spiel. Einer von ihnen war Wladimir Semjonowitsch Semjonow.

Im Mai 1986 wurde Semjonow zum Berater Schewardnadses ernannt und zum Sonderbotschafter berufen. Sein Wohnsitz war Köln. 40 Kilometer von der damaligen Bundeshauptstadt Bonn entfernt. Offiziell hat sich Semjonow zur Ruhe gesetzt. Also als Pensionär gelebt. Hinter vorgehaltener Hand aber munkelte man bald, dass es Geheimgespräche gab. Dass Semjonow Schlüsselfunktionen inne hatte.

Am Stammtisch würde man jetzt sagen, dass er ein ausgekochtes Schlitzohr war. Der Name Semjonow zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der DDR. Auf sein Konto geht die Enteignung der Bauern in der Sowjetzone, die Luftblockade Westberlins. Er half bei der Gründung der DDR, indem er als sowjetischer Hochkommissar den Volksaufstand vom 17. Juni niederschlug.

Last but not least verfasste Semjonow Nikita Chruschtschows Berlin-Memorandum an die Westmächte und heckte, als diese nicht darauf reagierten, den Mauerbau aus. Wen also sollte es noch wundern, wenn Semjonow zum krönenden Abschluss seiner Karriere nicht auch den Fall der Berliner Mauer mit orchestriert hat. Wolski:

„Nach der Weisheit der Bibel Hiob 1;21 „Der HERR hat´s gegeben, der HERR hat´s genommen“ konnte auch in dieser irdischen Angelegenheit nur die Herrin des Mauerbaus – die UdSSR – den Mauerfall herbeiführen.“

Den ersten Versuch, die DDR abzuschaffen, hatte Josef Stalin bereits 1952 unternommen. Stalin war für ein neutrales Deutschland. Dafür stand er ein. Und dafür hätte er die DDR geopfert.

Ein Jahr später kam es in Berlin zum Arbeiteraufstand. Der 17. Juni. Hinter den Kulissen tobte ein Kampf zwischen KGB und Roter Armee nach Stalins Tod. Ein Erbfolgekrieg, wie Wolski schreibt. Immerhin wollte KGB-Chef Berija die DDR für zehn Millionen Dollar verschachern. Die Reparationsleistung der DDR gegen Cash tauschen. Wolski:

„Es sollte ein neutrales, vereinigtes Deutschland entstehen. Die sowjetische Armee wollte das hingegen nicht, weil die Uranerzgewinnung für die Atombombe zum damaligen Zeitpunkt nur in der DDR sofort und in ausreichendem Maß möglich war.

Das Uran brauchten sie für den atomaren Rüstungswettlauf mit den USA. Ohne DDR wäre das für die Sowjetunion nicht mehr möglich gewesen. Die sowjetischen Urangruben waren erst ab 1956 in ausreichender Qualität einsatzbereit. Berija wurde Ende Juni 1953 verhaftet und erschossen. Die DDR blieb Vasall der Sowjetunion.“

  

Wenn das Imperium wackelt

Doch spätestens 1968 hat die Sowjetunion mit den Ereignissen in der Tschechoslowakei gemerkt, dass das Imperium wackelt. Schließlich hat sich die UdSSR 1980 mit dem Afghanistankrieg übernommen, was dazu geführt hat, dass die Konflikte in Polen sichtbar wurden. Wolski

„Schon 1983 war man sich in Washington einig darüber, dass die Sowjetunion ihr Imperium in Europa bald verlierend wird, weil sie es nach 1945 nicht geschafft hatte, dass diese Länder ohne Moskauer Hilfe effektiv wirtschaften. Das war ja nicht machbar, da Moskau alles bestimmte. Dazu gibt es im Stasi-Archiv eine Mitteilung einer KGB-Quelle in Washington die auch Honecker erhielt.

Offenbar schätzte man das in Moskau genauso ein und das muss, nachdem Breschnew, Andropow und Tschernenko kurz nacheinander gestorben waren, dazu geführt haben, dass die Entscheider im März 1985 den damals 54-jährigen Gorbatschow an die Spitze von Partei und Staat stellten.

Sein Ziel war es offensichtlich, nicht nur den Sozialismus abzuschaffen, sondern auch die Herrschaft über die osteuropäischen Länder zu beenden, welche in den Alliertenbeschlüssen von 1945 in Jalta und Potsdam der Sowjetunion als Einflussbereich zugesprochen worden waren.“

Es mag zwar so aussehen, dass der Mauerfall der Perestroika geschuldet war, was schließlich dazu geführt hat, dass auch die Sowjetunion und der gesamte Kommunismus sich im Wohlgefallen aufgelöst haben. Doch der Anschein könnte täuschen.

Einiges spricht dafür, dass das „große Ende“ nicht unbedingt im Sinne Gorbatschows gewesen ist. Allein schon die Tatsache, dass Gorbatschow offenbar in einem Akt der Verzweiflung versucht hat, Georgien und Litauen mit Waffengewalt von ihrer angestrebten Unabhängigkeit abzuhalten.

Doch letztlich war auch das Imperium Sowjetunion nicht mehr zu retten. Alles hat seine Zeit. Und ist die erstmal abgelaufen, ist am Ende nichts mehr zu retten. Und wie sich die aktuelle politische Lage abzeichnet, stehen die Vereinigten Staaten möglicherweise heute vor einer ähnlichen Situation. Alles sieht danach aus, dass nun auch für die USA die Zeit gekommen ist, adieu zu sagen.

Das SED-Politbüro hätte einer Wiedervereinigung niemals zugestimmt. Doch die DDR war pleite und wurde nur noch durch die Sowjetunion am Leben erhalten. Erich Honecker und Genossen hielten bis zur letzten Stunde an ihrer Macht fest.

Ein ähnliches Trauerspiel erlebt gegenwärtig die Bundesrepublik. Die wie auch die DDR noch immer unter US-Kuratel steht. Die DDR-Führung war mit KGB-Leuten durchsetzt. Für Moskau ging es um Kontrolle und um Wissensvorlauf bei aktuellen politischen Entscheidungen.

Was wird passieren, wenn es in Kürze in den Vereinigten Staaten zu tiefgreifenden Veränderungen kommt? Wie auch immer die aussehen mögen. Es wird sie geben. Es ist nur noch eine Frage der Zeit.

  

Das System liegt im Koma

Vieles spricht gegenwärtig für die Vermutung, dass es noch in diesem Jahr auch in der Bundesrepublik zu tiefgreifenden Veränderungen kommen wird, die möglicherweise in Verbindung mit den USA stehen. Niemand weiß es. Eine Tatsache steht aber jetzt schon fest: das alte System ist tot.

1989 war die Welt Zeuge einer ersten kleinen Welle der Übergangsepoche, in der wir uns gegenwärtig befinden. Günther Lachmann schreibt in seinem Werk Verfallssymptome – Wenn eine Gesellschaft ihren inneren Kompass verliert, dass das nach dem Zweiten Weltkrieg entstandene europäische Sozialmodell mit dem Ideal einer Marktwirtschaft am zerbrechen ist.

Das ist eine nicht mehr von der Hand zu weisende Tatsache. Das System, wie wir es immer gerne zu nennen pflegen, wird inzwischen nur noch durch die Geldmaschine der Zentralbanken künstlich am Leben erhalten. Das aber macht auf Dauer keinen Sinn. Einen bereits hirntoten Komapatienten kann man nicht auf Dauer durch Maschinen am Leben erhalten.

Aber genau das geschieht gegenwärtig mit unserer Wirtschaft. Sie wird mithilfe der Geldmaschine künstlich am Leben erhalten.

Ein altes chinesisches Sprichwort sagt: „Ein totes Pferd kann man nicht mehr reiten.“ Der soziale Abstieg einer breiten Bevölkerungsschicht ist schon seit langem zu beobachten. Corona als Brandbeschleuniger fördert diesen Prozess. Die Wahrheit ist, dass die von der Politik hochgepriesene soziale Demokratie spätestens seit dem Mauerfall an den globalen Kapitalismus verkauft wurde. Den hohen Preis hierfür zahlen der Mittelstand und die Armen.

Was wir gerade erleben ist ein Déjà-vu – ausgelöst durch den Tsunami der Übergangsepoche. Die Geschichte wiederholt sich ein zweites Mal. Nun auf der anderen Seite. Die USA und auch Europa werden fallen. Die Bundesrepublik, die durch zwei Weltkriege der Spaltpilz auf dem europäischen Kontinent ist, wird auch diesmal eine zentrale Rolle spielen.

Die USA werden sich aus dem Jalta-Vertrag zurückziehen und ihre Rolle als Mündel abgeben, weil es möglicherweise die USA in ihrer bisherigen Form bald nicht mehr geben wird. Der ehemalige US Präsident Donald Trump hat den Truppenabzug aus Deutschland schon im vergangenen Jahr beschlossen, weil er das Drehbuch bereits kennt.

So, wie auch Michael Gorbatschow das Drehbuch 1989 bereits kannte. Die Vereinigung Deutschlands war die Voraussetzung für den Rückzug aus dem Gebiet Osteuropas in Verbindung mit der Auflösung des Warschauer Pakts. Was in Jalta unter sowjetischer Kontrolle gekommen war.

  

Die Rolle Angela Merkels als Trümmerfrau

Der Protest wütender Bürger im vergangenen Sommer könnte gewissermaßen der Startschuss für den Zerfall der alten Bundesrepublik sein. Die konzeptlose Berliner Politik erinnert an die Zustände der DDR kurz vor dem Mauerfall. Sie ist ein deutliches Indiz dafür, dass Angela Merkel heute dort steht, wo Erich Honecker 1989 stand. Vor den Trümmern einer untergehenden Republik.

Es ist sicherlich kein Zufall, dass die USA gegenwärtig einen großen Kollaps erleben, alles greift wie Zahnräder ineinander über. Wolski schreibt, dass Ereignisse, die offiziell als zufällig oder spontan bezeichnet werden, oft politisch so geplant sind.

Gegenwärtig ist hinter den Kulissen sehr viel in Bewegung, wovon die die Öffentlichkeit noch nichts weiß. Schon im vergangenen Jahr war davon die Rede, dass Deutschland bald seine Souveränität zurückerhalten wird. Dass kann aber nur durch die Siegermächte geschehen.

Russlands Präsident Wladimir Putin ist bereit zu Gesprächen. Die Zukunft liegt also in den Händen der Siegermächte und in erster Linie in den Händen der USA, deren Ziehkind die Bundesrepublik nun mal ist.

Jetzt, wo Joe Biden tatsächlich zum neuen Präsidenten vereidigt wurde, stehen die Chancen auf eine Wiederherstellung der Souveränität Deutschlands schlecht, denn ohne die USA wäre das nicht möglich. Wolski schreibt im Zusammenhang mit dem Mauerfall dazu einen sehr schönen Satz:

„Was die Sowjetunion gab, konnte auch nur die Sowjetunion wieder nehmen.“

Das trifft auch auf die Frage der Souveränität Deutschlands zu. Was die Siegermächte gaben, können auch nur die Siegermächte wieder nehmen. Für viele Deutsche mag nach dem Mauerfall wieder alles in Butter gewesen sein, wie der Volksmund so schön sagt. Doch dem ist nicht so.

Die langen Schatten des Zweiten Weltkriegs werden erst verblasst sein, wenn Deutschland seine völlige Souveränität zurückerlangt hat. Erst dann ist der Zweite Weltkrieg wirklich beendet.

Bleiben Sie aufmerksam!

Erfolge der DDR aus Sicht der SED-Führung

Auszug aus einer Analyse im Politbüro der DES zur Lage in der DDR 1989

Gerhard Schürer/Gerhard Beil/Alexander Schalck/Ernst Höfner/Arno Donda, Analyse der ökonomischen Lage der DDR mit
Schlussfolgerungen, Vorlage für das Politbüro des Zentralkomitees der SED, 30.10.1989

Analyse der ökonomischen Lage der DDR mit Schlussfolgerungen

Die Deutsche Demokratische Republik hat beim Aufbau der entwickelten sozialistischen Gesellschaft bedeutende Erfolge erreicht, die auch international anerkannt werden. in einer zur Vorbereitung des XII. Parteitages ausgearbeiteten Analyse werden die auf vielen Gebieten erreichten bedeutenden Erfolge bei der Entwicklung der Volkswirtschaft der DDR ausführlich dargelegt, die hier nur zusammengefasst eingeschätzt sind.

  • Es wurde ein dynamisches Wachstum des Nationaleinkommens über einen Zeitraum von 17 Jahren in Höhe von rd. 4 % durchschnittlich jährlich realisiert, wobei sich das Wachstum in der letzten Zeit im Zusammenhang mit dem Rückgang der produktiven Akkumulation verlangsamte.
  • Auf dem Wege der Intensivierung wurden volkswirtschaftlich wichtige qualitative Aufgaben gelöst.
  • Beim Einsatz von Roh- und Werkstoffen verminderte sich der spezifische Verbrauch gegenüber 1980 auf 74 %, wobei die Zielstellungen des Fünfjahresplanes 1986 – 1990 zur Senkung des spezifischen Materialverbrauchs nicht erreicht wurden.
  • Bedeutende Ergebnisse wurden bei der Anwendung von Schlüsseltechnologien erreicht.
  • Wir haben in der Mikroelektronik als eines der wenigen Länder der Welt die Entwicklung und Produktion mikroelektronischer Bauelemente einschließlich eines wesentlichen Teils der dazu
    erforderlichen speziellen Produktionsausrüstungen für hochintegrierte Schaltkreise gemeistert. Dabei wird infolge des ungenügenden Standes der Arbeitsteilung ein breites Sortiment an mikroelektronischen Erzeugnissen entwickelt und produziert. Die Kosten für diese Erzeugnisse betragen z. Z. ein Mehrfaches des internationalen Standes. Ihr Einsatz in der Volkswirtschaft der DDR und im Export muss gegenwärtig mit über 3 Mrd. M pro Jahr gestützt werden. Die weitere Entwicklung verlangt dringend die Vertiefung der Kooperation, besonders mit der UdSSR.
  • Durch steigende Leistungen in der pflanzlichen und tierischen Produktion in der Landwirtschaft wurde der wachsende Verbrauch der Bevölkerung an Nahrungsmitteln sowie die Versorgung der Industrie mit Rohstoffen gewährleistet. Die aufeinanderfolgenden unterdurchschnittlichen Ernten in den Jahren 1988 und 1989 erfordern jedoch wiederum Getreideimporte aus dem NS, die durch hohe Anstrengungen in den vergangenen Jahren bereits abgelöst waren.
  • Das Verkehrswesen wurde mit dem Schwerpunkt der Verlagerung der Transporte von der Straße auf die Eisenbahn entwickelt und die Elektrifizierung von 20 auf 40 % erhöht. Der Ausbau der Infrastruktur, darunter das Straßenwesen, musste insgesamt aufgrund der zurückgehenden Akkumulationskraft vernachlässigt werden; der Verschleißgrad des Autobahn- und Straßennetzes ist hoch.
  • Das Realeinkommen der Bevölkerung verbesserte sich allein im Zeitraum 1980 – 1988, wo sich in vielen Ländern die Lebenslage der Werktätigen verschlechterte, um 4,4 % durchschnittlich jährlich.
  • Das ist disproportional zum Wachstum des produzierten Nationaleinkommens mit 4,2 %.
  • Seit 1970 wurden mehr als 3 Millionen Wohnungen neugebaut bzw. rekonstruiert und damit für 9 Millionen Menschen, d. h. mehr als die Hälfte der Bevölkerung der DDR, qualitativ neue Wohnbedingungen geschaffen.
  • Infolge der Konzentration der Mittel wurden zur gleichen Zeit dringendste Reparaturmaßnahmen nicht durchgeführt und in solchen Städten wie Leipzig, und besonders in Mittelstädten wie Görlitz u. a. gibt es tausende von Wohnungen, die nicht mehr bewohnbar sind.
  • Auf der Grundlage unseres sozialistischen Planungssystems konnten eine Reihe wichtiger Reformen, insbesondere die intensive Entwicklung der Volkswirtschaft in allen Hauptbereichen, rechtzeitig gewährleistet werden.
  • Die Feststellung, dass wir über ein funktionierendes System der Leitung und Planung verfügen, hält jedoch einer strengen Prüfung nicht stand. Durch neue Anforderungen, mit denen die DDR konfrontiert war, entstanden im Zusammenhang mit subjektiven Entscheidungen Disproportionen, denen mit einem System aufwendiger administrativer Methoden begegnet werden sollte. Dadurch entwickelte sich ein übermäßiger Planungs- und Verwaltungsaufwand. Die Selbständigkeit der Kombinate und wirtschaftlichen Einheiten sowie der Territorien wurde eingeschränkt.
  • Die Disproportionen im volkswirtschaftlichen Maßstab, zwischen den Zweigen sowie die schnellere Entwicklung der Finalerzeugnisse gegenüber der Zulieferproduktion konnten dadurch jedoch nicht eingeschränkt werden.
  • Die Bildung und Ausgestaltung der Kombinate war ein richtiger und bedeutender Schritt zur Entwicklung der Leitung und Planung. Die vorgegebene Strategie, dass die Kombinate alles selbst machen sollten, führte zu bedeutenden Effektivitätsverlusten, die sich aus der objektiv notwendigenVertiefung der Arbeitsteilung und zunehmenden Kooperation ergebenden Effekte konnten nicht genutzt werden.
  • Dadurch trat u. a. eine Tendenz der Kostenerhöhung ein, wodurch die internationale Wettbewerbsfähigkeit abnahm.
  • Das bestehende System der Leitung und Planung hat sich hinsichtlich der notwendigen Entwicklung der Produktion der „1000 kleinen Dinge“ sowie der effektiven Leitung und Planung der Klein- und Mittelbetriebe und der örtlichen Versorgungswirtschaft trotz großer Anstrengungen zentraler und örtlicher Organe nicht bewährt, da ökonomische und Preis-Markt-Regelungen ausblieben.
  • Die Anwendung und Weiterentwicklung des Prinzips der Eigenerwirtschaftung ist richtig. Diese Prinzipien können aber nur effektiv gestaltet werden, wenn reale Pläne mit entsprechenden Reserven in den Bilanzen die Grundlagen sind. Nur unter diesen Bedingungen kann die Flexibilität und Beweglichkeit der Wirtschaft verbessert werden. Infolge der hohen Konsumtionsrate fehlen dazu jedoch materielle und finanzielle Mittel.

 

Heimat-Lieder

1. Strophe:

Die Heimat hat sich schön gemacht und Tau blitzt ihr im Haar. Die Wellen spiegeln ihre Pracht wie frohe Augen klar. Die Wiese blüht, die Tanne rauscht, sie tun geheimnisvoll. Frisch das Geheimnis abgelauscht, das uns beglücken soll.

2. Strophe:

Der Wind streift auch durch Wald und Feld, er raunt uns Grüße zu. Mit Fisch und Dachs und Vogelwelt stehn wir auf du und du. Der Heimat Pflanzen und Getier behütet unsre Hand, und reichlich ernten werden wir, wo heut noch Sumpf und Sand.

3. Strophe:

Wir brechen in das Dunkel ein, verfolgen Ruf und Spur. Und werden wir erst wissend sein, fügt sich uns die Natur. Die Blume öffnet sich dem Licht, der Zukunft unser Herz. Die Heimat hebt ihr Angesicht und lächelt sonnenwärts.

Uwe Steimle: Für Frieden und Sozialismus: Seid bereit! 22.11.2015 – Bananenrepublik

Olaf macht Mut: Heimat

Heimat ist Landschaft minus Infrastruktur plus Mutti koch durch Völlegefühl.

 

 

Von den Russen lernen

„Von der Sowjetunion lernen, heißt siegen lernen.“ (DDR-Losung)

In der Sowjetunion der 1970er Jahre hörte in in Sibirien mehrmals das Wort:

  • 100 km sind keine Entfernung.
  • 100 Rubel ist kein Geld.
  • 100 Gramm Wodka ist kein Alkohol

Wir Menschen in der heutigen „BRD“ müßten sagen:

  • EURO ist kein Geld!
  • BUNDESREPUBLIK ist nicht Deutschland!
  • DEUTSCH ist keine Staatsangehörigkeit!
  • STAATSBÜRGERSCHAFT ist keine Staatsangehörigkeit!
  • LAND ist kein Staat!
  • STADT ist keine (städtische) Gemeinde
  • PERSON ist kein Mensch!
  • PARTEIEN sind keine Staatsorgane!
  • BESITZ ist kein Eigentum!
  • WOHNHAFT ist kein Wohnsitz!
  • GRUNDGESETZ ist keine Verfassung!
  • DIENSTAUSWEIS ist kein Amtsausweis!
  • BEDIENSTETE sind keine Beamten!

Warum sind große Imperien wie das Römische Reich zusammengebrochen, während Russland nicht zusammengebrochen ist, obwohl es ebenfalls sehr groß ist?

Russische Musik: Der Ruf der Ahnen

Russische Sängerin Arkona, das Lied „Die Ahnenehre“ über vorchristliches Russland.

Arminius Runde Nachrichten: Russland – Eine Einordnung

Das ist Warschau, die Hauptstadt von Polen

Das ist Helsinki, die Hauptstadt von Finnland:

Dies ist Riga, die Hauptstadt von Lettland:

Das ist Kiew, die Hauptstadt der Ukraine:

Dies ist Tiflis, die Hauptstadt von Georgien:

Dies ist Baku, die Hauptstadt von Aserbaidschan:

Dies ist Nur-sultan, die Hauptstadt von Kasachstan:

Dies ist Duschanbe, die Hauptstadt von Tadschikistan:


Was haben all diese Orte gemeinsam?

Vor etwas mehr als hundert Jahren waren sie alle Teil des Russischen Kaiserreiches. Heute sind sie das nicht mehr; sie sind die Hauptstädte unabhängiger Länder.

(Und ich hätte auch Tallinn, Vilnius, Minsk, Chisinau, Eriwan, Bischkek, Aschgabat und Taschkent zeigen können, aber dann wäre dieser Beitrag doppelt so lang gewesen).

Alle großen Imperien zerfallen. Ich vermute, der einzige wirkliche Weg, dies auf lange Sicht zu verhindern, besteht darin, die dort lebenden Menschen gründlich zu assimilieren, bis sie sich alle als Teil derselben imperialen Kultur und Ethnie betrachten: aber das erfordert ein gewisses Maß an Totalitarismus und Rücksichtslosigkeit, um dies zu erreichen.

Putin: Russland ist stark – und zwingt niemandem etwas auf

„Von der Sowjetunion lernen, heißt siechen lernen.“ (Satirischer Volksmund)

Der Schwede Lars Hakan Danielsson, Vorstandsvorsitzender der Allianz-Tochter Rosno in Russland (20 12.2011):

„Die Russen sind sehr liebenswürdig, hilfsbereit und großzügig. Hier gibt es wirklich sehr kompetente Leute. Und wenn man wie ich viel reist, lernt man noch ganz andere Eigenschaften schätzen: Wie man begrüßt und bewirtet wird… Trinksprüche, sogar Lieder! Die Russen sind einfach sehr sympathisch.“

Oft zeichnen die westlichen Medien ein komplett verkehrtes Bild von Russland.

Ein russisches Mädel hat das Wesen Russlands und der russischen Seele in einem Lied: „Musik wird uns befreunden“ vereint.

Das ist Russland, Einigkeit der verschiedenen Völker und Nationen.

In der Vielfalt liegt die Kraft Russlands!

Wenn Dir in der Zukunft jemand was über Russland erzählt, dann erinnere Dich an dieses Lied, dann kannst Du sofort erkennen, ob Dir jemand die Wahrheit über Russland sagt, oder nicht.

Алиса Супронова – Музыка подружит нас!/Alisa Supronova – Music will make us friends!

Dschinghis Khan „Moskau“ 2020

Die Russen sind ein stolzes und relativ homogenes Volk:

 

 

Deutsche und Russen

Deutsche und Russen vereint, es ist nichts als naheliegend. Ähnliche Art zu denken, zu fühlen und zu handeln und gemeinsame alte Wurzeln machen das Zusammenwirken leicht.

Niemand kann in Europa einen Krieg wagen, wenn Deutsche und Russen vereint sind.

Eine gute Vision. Sie wird verwirklicht werden – meine persönliche Ueberzeugung. Hosenanzüge und Rollstühle machen keineswegs Deutschland aus. Da sind noch andere Menschen zwischen Schweiz und Nordsee. Jede Initiative, mit Russen in persönlichen Kontakt zu treten, ist hilfreich.

Aber Deutschland – Russland kann vereint besonders fruchtbar werden.

Eine Ansprache an das deutsche Volk. Der Traum einer Deutsch-Russischen Union. Von Philipp Ekosjanz

Deutschland als Bündnispartner Russlands?

Tagesdosis 20.2.2020 – Eine Rede an die Menschen in Russland

Ein Kommentar von Jochen Mitschka.

Menschen Russlands! Ich möchte gerne „liebe Freunde“ sagen, aber ich traue mich nicht. Ich möchte gerne euer Freund sein, aber ich verstehe, wenn das nach den Gräueltaten, welche Deutschland den Menschen der Sowjetunion und insbesondere den Menschen Russlands antat, nicht einfach zu akzeptieren ist. 27 Millionen Tote, die größte aller Opferzahlen des zweiten Weltkriegs. Aber ich möchte euch erklären, warum ich euch bitten möchte, meine Freundschaft zu akzeptieren, trotz der Politik meines Landes, welche vollkommen losgelöst von der Meinung der Mehrheit der Menschen in Deutschland durch andere Kräfte bestimmt wird. Und ich möchte erklären, warum ich, stellvertretend für viele Menschen, die nach dem Krieg geboren, aber von der Kriegsgeneration aufgezogen wurden, euer Freund sein möchte.

Entscheidend für meine Sozialisierung in Deutschland war mein Vater. Er wurde im Krieg sieben Mal verwundet, aber immer wieder zu anderen Fronten geschickt, bis ihn ein Splitter im Kopf kurz vor dem Kriegsende lebenslang behinderte. Er war kein „stolzer Krieger“. Meine Mutter erzählte mir, wie einmal ehemalige Soldaten ihn besuchen wollten, um ihm zu danken, weil er sie unter Beschuss gerettet hatte. Aber er wollte nichts mehr vom Krieg wissen, er hätte sie weggeschickt, erzählte mir meine Mutter.

Mein Vater wollte nicht gerne über den Krieg sprechen. Er schämte sich dafür, mitgeschwommen zu sein, als Soldat für ein System gedient zu haben, das er Verbrechen begehen sah. Aber als ich mich gegen seinen Willen Anfang der 1970er Jahre für vier Jahre in der Bundeswehr verpflichtete, davon 2 Jahre in Mons bei der NATO „diente“, da erzählte er mir, wie er im Krieg wieder religiös geworden war. Er berichtete, dass Menschen den Verstand verloren, wenn die „Stalinorgeln“ einen Angriff der Infanterie vorbereiteten und rechts und links die Menschen zerfetzt wurden, und wie er in dieser Situation wieder begonnen hatte, zu beten. Damals sagte ich ihm, dass die neue Bundeswehr ja gar nicht für den Krieg bestimmt ist, sondern dass die Aufgabe der neuen Soldaten der wäre, Krieg zu verhindern. Und ich hatte daran geglaubt. Das war schließlich der Geist unseres Grundgesetzes, der auch in der Schule gelehrt wurde.

Mein Vater war schon gegen die Wiederbewaffnung Deutschlands. Er sagte mir, dass es nun wieder losgehen würde. Es wäre immer so losgegangen. Ich hatte ihn insgeheim ausgelacht, war überzeugt, dass die deutsche Bundeswehr rein defensiv sei und „Kriege verhindern“ würde. Bis ich durch den Angriffskrieg gegen Jugoslawien aus meiner Ahnungslosigkeit aufzuwachen begann. Und immer wieder daran denken musste, was mir mein Vater gesagt hatte. Es ging wieder los. Und ich schämte mich, innerlich über meinen Vater gelacht zu haben.

Und bis zu seinem Tod im Alter von 94 Jahren verfolgten ihn diese Alpträume, aus denen er schreiend aufwachte. Ich denke, er hätte sich gerne bei den russischen Menschen entschuldigt, aber er schämte sich zu sehr, um auf sie zuzugehen. Und so tue ich das nun angesichts des größten gegen Russland gerichteten Manövers der NATO-Mächte auch von deutschem Boden aus, in der Hoffnung, dass Sie verstehen, dass es dieses Mal eine immer größer werdende Zahl von Menschen gibt, die nicht mit dem Strom schwimmen wollen, die sich gegen einen Krieg mit Russland einsetzen, wenn auch noch eher verhalten, weil die volle Gefahr noch nicht erkannt wird.

Wenn deutschsprachige Wissenschaftler in voller Arglosigkeit wieder davon sprechen „Ordnungsvorstellungen mit militärischer Macht durchzusetzen (1), wenn Politiker wieder mehr Militäreinsätze fordern, wenn Medien Regierungen anderer Länder dämonisieren, wenn in beispiellosem Maße aufgerüstet wird, dann wissen wir, die Lehren des 2. Weltkriegs gehen langsam aber sicher verloren.

Aber das darf nicht sein. Deshalb, bitte verzeiht meinem Vater, und lasst uns gemeinsam gegen diesen Wahnsinn auftreten. Lasst uns Freunde sein, die gemeinsam an einem Ziel arbeiten. Nämlich an einer Welt, in der Regeln nicht nur für die militärisch Schwächeren gelten, sondern für alle! Eine Welt, in der Konflikte durch den Versuch von Interessenausgleich gelöst werden, statt durch Erpressung, Sanktionen und Bomben, die Macht des Stärkeren. Eine Welt, in der Vereinbarungen und Regeln das Handeln der großen Mächte bestimmen, und nicht die ihnen verfügbare wirtschaftliche und militärische Macht. Eine Welt, in der die Menschen über Grenzen hinweg zusammenhalten, um „die da oben“ unter Kontrolle zu bringen, sie vom Schlimmsten abzuhalten.

Es ist schwer, gegen die Indoktrination, den sozialen Druck und die Macht der Medien, gegen den Strom zu schwimmen. Aber das Internet hat ein Fenster zur Wirklichkeit geöffnet, das sich erst langsam schließen lässt. Lasst und gemeinsam versuchen dieses Fenster zu nutzen, um uns laut und deutlich zuzurufen:

Frieden – мир.

Kommt uns besuchen, so wie wir euch besuchen. Lasst uns gemeinsame Gruppen im Internet bilden, in denen wir uns in einer vereinbarten Sprache treffen und diskutieren. Lasst uns gemeinsame Aktionen starten, um gegen diesen Wahnsinn eines neuen Krieges aufzustehen. Gegen diesen Wahnsinn, den dieser Rüstungswettlauf verursacht, während immer mehr Menschen in die Armut abrutschen, die Umwelt zugrunde geht und die Dritte Welt anscheinend nur noch China als Hoffnungsschimmer sieht.

Bitte lasst euch nicht von unserem Establishment provozieren. Sie wollen, dass ihr Hass entwickelt, sie wollen, dass die Dämonisierung zu einer immer größeren Spaltung führt. Fallt nicht darauf herein. Habt Mitleid mit den bei uns Fehlgeleiteten, welche wieder, wie schon so oft, der Staatsräson folgen, dem ideologischen Mainstream verfallen sind, oft im Wahn intellektueller Überlegenheit, und im Glauben, im Besitz der einzigen Wahrheit zu sein. Wir arbeiten daran, dass sie ihre Macht verlieren. Wir arbeiten daran, dass die Menschen Deutschlands verhindern, dass uns „Mächte“ oder „Märkte“ in einen neuen Krieg drängen. Einen Krieg, den kein normaler Mensch in Deutschland oder Russland will.

Ich werde mich jetzt auf die Suche machen nach einem russischen Autor, der auch durch die Kriegsgeneration erzogen wurde, und vielleicht eine ähnliche Entwicklung durchgemacht hat wie ich. Ich möchte ihn einladen, seinen Urlaub bei mir zu verbringen, damit wir ein gemeinsames Essay darüber schreiben, wie die Nachkriegsgeneration die Entwicklung der letzten Jahrzehnte erlebt hat. Gemeinsam, das sollte das Schlüsselwort sein.

Und ich wünschte mir, dass es viele Menschen wie mich gibt. Fliesenleger, Elektriker, Angestellte, Musiker, vielleicht sogar Beamte und Soldaten, Lehrer, Krankenschwestern und Ärzte, Feuerwehrleute und Polizisten, ja und auch Politiker. Jede Berufsgruppe sollte sich Partner im jeweils anderen Land suchen und mit ihnen gemeinsam überlegen, welchen Sinn diese riesigen Manöver an den Grenzen Russlands haben. Was nach dem Krieg mit Frankreich auf Grund des massiven Einsatzes der Politik funktionierte, muss nun auch funktionieren durch die massive Bewegung der Menschen in Deutschland und Russland, die endlich der Politik der Spaltung ein Ende machen sollte.

Quellen:

  1. https://twitter.com/gerhard_mangott/status/1229345941494337536

Алиса Супронова – Легенда (Виктор Цой)

(Кино):
В сети связок, в горле комом
Теснится крик
Но настала пора, и тут уж кричи, не кричи
Лишь потом кто-то долго не сможет забыть
Как шатаясь, бойцы
Об траву вытирали мечи
Источник text-pesni.com

(Кино):
И как хлопало крыльями
Черное племя ворон
Как смеялось небо
А потом прикусило язык
И дрожала рука
У того, кто остался жив
И внезапно в вечность
Вдруг превратился миг

(Кино):
И горел погребальным костром закат
И волками смотрели звезды из облаков
Как раскинув руки, лежали ушедшие в ночь
И как спали вповалку живые, не видя снов

(Кино):
А жизнь только слово
Есть лишь любовь и есть смерть
Эй, а кто будет петь, если все будут спать
Смерть стоит того, чтобы жить
А любовь стоит того, чтобы ждать

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Текст песни Кино – Легенда

Среди связок в горле комом теснится крик,
Но настала пора, и тут уж кричи не кричи,
Лишь потом кто-то долго не сможет забыть,
Как, шатаясь, бойцы об траву вытирали мечи.
И как хлопало крыльями чёрное племя ворон,
Как смеялось небо, а потом прикусило язык,
И дрожала рука у того, кто остался жив.
И внезапно в вечность вдруг превратился миг.
И горел погребальным костром закат.
И волками смотрели звёзды из облаков,
Как, раскинув руки, лежали ушедшие в ночь
И как спали вповалку живые, не видя снов.
А жизнь – только слово,
Есть лишь любовь и есть смерть…
Эй, а кто будет петь, если все будут спать?
Смерть стоит того, чтобы жить,
А любовь стоит того, чтобы ждать…

Текст песни добавил: Ильдар

Und das Leben – ist nur ein Wort
Es gibt nur die Liebe und der Tod…
Hey, und wer singt, wenn alle schlafen?
Der Tod ist es Wert zu leben,
Und die Liebe ist das worauf sich das Warten lohnt..

Пелагея и Любэ — Конь HD (2017)(Sub.)

Ich liebe Dich, Rußland!

Пелагея- Под ракитою

Das ist Russland

Die Sängerin heißt Natascha Morozova (Наташа Морозова), das Lied heißt „Flieg weg auf den Flügeln des Windes“ (Улетай на крыльях ветра), Musikstück und Text stammen aus der Oper „Der Fürst Igor“ (Князь Игорь) des russischen Komponisten Alexander Borodin (1833-1887), das Lied in der Oper singen junge Frauen, die ihre Heimat besingen.

Viktor Tsoi

Viktor Robertovich Tsoi  (1962 bis 1990) war ein sowjetischer Sänger und Schauspieler koreanischer und russischer Abstammung. Er wuchs in Leningrad auf und interessierte sich als Teenager für Musik. Er wollte Rocksongs über das Leben auf den Straßen Leningrads singen, war aber frustriert, dass die Sowjetregierung die glücklichen Popsänger Moskaus bevorzugte.

Tsoi leitete dann die Band Kino und wurde ein führendes Mitglied der Underground-Rockszene von Leningrad, wo er sein Bühnendebüt mit „Elektrichka“ gab, einem Lied über einen Mann, der nicht dorthin will, wo ihn sein Zug hinführt. Diese Metapher für die Frustration, die die sowjetische Jugend mit ihrem Leben hatte, brachte Tsoi und Kino zum Ruhm. Seine Musik wurde sofort von Live-Auftritten ausgeschlossen, aber es machte ihm und seinen Fans nichts aus, und er gab geheime Konzerte.

Er heiratete Marianna 1985 und später in diesem Jahr wurde ihr Sohn Sasha geboren.

Als Michail Gorbatschow 1986 begann, die Sowjetunion zu liberalisieren, durften Tsoi und Kino in Konzerten auftreten. Er veröffentlichte ein Lied mit dem Titel „[Wir warten / fordern] Änderungen!“ Dieses Aktivistengefühl wurde auf 1987 übertragen, als sein Album Blood Type „Kinomania“ veröffentlichte und Tsoi und Kino die nächsten drei Jahre auf Tournee gingen.

Sein größtes Konzert war 1990, als er im Moskauer Luzhniki-Stadion vor 62.000 Fans sang. Leider starb er im August 1990 bei einem Autounfall in Lettland, als er gerade ein Album aufgenommen hatte. Er wurde als Pionier der russischen Rockmusik in Erinnerung gerufen, und eine Wand in der Moskauer Arbat-Straße ist mit Graffiti bedeckt, die ihm gewidmet sind . Das Motto seiner Fans lautet „Цой жив!“ („Tsoi lebt!“).

Quelle: https://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/Music/ViktorTsoi

Viktor Zoi – Veränderungen

https://muzland.ru/songs.html?auth=116

MAIN

Heimat der Sachsen ist die Arbeit

Die fleißigen Sachsen und die Arbeit

„Arbeit, planvolles Bemühen unterscheidet den Menschen vom Tier, dessen Anstrengungen weitgehend instinktiv sind. Die Notwendigkeit zu arbeiten ist des Menschen allerhöchste Segnung.“
Urantia-Buch, 69:2.5 (773.6)

Ich war Mitte der 1960 Jahre an der Ostsee und erlebte am Strand beim Volleyballspiel eine komische Auseinandersetzung mit Einheimischen. Sie hörten mich sprechen und erfuhren, daß ich aus Senftenberg käme und titulierten mich abwertend als „Sachse„. Das verstand ich nicht und so erklärten mit die Streithähne, daß alle Menschen südlich von Berlin eben „Sachsen“ wären. Ich dachte bis dahin, in Sachsen-Anhalt geboren, eher ein Anhaltiner zu sein. Und dann gab es doch noch Brandenburger und Thüringer, Vogtländer und natürlich die Berlin (als besonderes Völkchen) auf dem Gebiet der DDR.

Was charakterisiert denn die Mentalität des Sachsen?

Die Arbeit und das Arbeiten!

Man suchte das Heil im religiös-reformatorischen Teil Deutschlands nicht im Himmel, sondern in der Arbeit.

Die deutschen Kommunisten und die Arbeit

Die politischen Organisatoren der DDR kamen aus der Arbeiterschaft, aus der Arbeiterklasse. Sie waren Kommunisten und Sozialdemokraten, die sich 1946 in der Sozialistischen Einheitspartei Deutschland (SED) vereinten.

Die DDR wollte den ersten Arbeiter- und Bauerstaat Deutschlands errichten.

Die wesentliche Gruppe in der DDR waren die „Werktätigen“.

Die in der „Freien Deutschen Jugend„(FDJ) organisierten jungen Menschen in der DDR wurde zum „Aufbau“ des sozialistischen Landes motiviert.

Jugend erwach, erhebe dich jetzt, die grausame Nacht hat ein End. Und die Sonne schickt wieder die Strahlen hernieder vom blauen Himmelsgezelt. Die Lerche singt frohe Lieder ins Tal, das Bächlein ermuntert uns all. Und der Bauer bestellt wieder Acker und Feld, bald blüht es all überall. Bau auf, bau auf, bau auf, bau auf, Freie Deutsche Jungend, bau auf. Für eine bessre Zukunft richten wir die Heimat auf! Bau auf, bau auf, bau auf, bau auf, Freie Deutsche Jungend, bau auf. Für eine bessre Zukunft richten wir die Heimat auf! Allüberall der Hammer ertönt, die werkende Hand zu und spricht: Deutsche Jugend, pack an, brich dir selber die Bahn, für Frieden, Freiheit und Recht. Kein Zwang und kein Drill, der eigene Will‘ bestimme dein Leben fortan. Blicke frei in das Licht, das dir niemals mehr zerbricht. Deutsche Jugend steh deinen Mann.

 

Die deutschen Nazionalsozialisten und die Arbeit

Auch die deutschen Nationalsozialisten nutzten die Auffassung der Sachsen „Arbeit macht frei„, indem sie diesen Spruch an den Eingangstoren der Arbeitslager in Auschwitz, Dachau, Sachsenhausen, Theresienstadt und Flossenbürg anbrachten. Wir interpretieren heute diese Tor-Beschriftung als zynisch oder verhöhnend, weil wir diese Lager als „Konzentrationslager“ bzw. als „Vernichtungslager“ bewerten. Tatsächlich wurden die dort konzentriert Gefangenen der deutschen Nazis zur Arbeit (u.a. in der Rüstungsindustrie) benutzt und ausgebeutet.  Arbeit in den KZs diente den Nazis der Unterwerfung, Ausbeutung, Erniedrigung und Ermordung von gefangenen Menschen.  Der Bezug zur „Arbeitspflicht“ war damit gegeben, wobei mit dem Begriff „Arbeit“ fast immer schwere körperliche Arbeit gemeint war.

„Bereits in Frühjahr 1933 errichteten die Nationalsozialisten das erste Konzentrationslager, dessen System später auf ein ganzes Netzwerk von Lagern übertragen wurde. Sowohl Zwangsarbeiter aus besetzten Ländern als auch Kriegsgefangene und Juden wurden in Arbeitslagern in Europa interniert. ….

Nazi-Deutschland beutete die Arbeitskraft der besetzten Völker aus, sofort nachdem es ihre Länder besetzt hatte. Über 14 Millionen Zwangsarbeiter wurden zur Arbeit nach Deutschland gebracht, zu ihnen kamen noch 2,5 Millionen Kriegsgefangene.“ (Die Arbeits- und Konzentrationslager)

Im Refrain des Dachau-Liedes von Jura Soyfer (1912-1939)  ist auch die „Arbeit“ der Lagerinsassen gespeichert:

Doch wir haben die Losung von Dachau gelernt
und wurden stahlhart dabei.
Sei ein Mann, Kamerad.
Bleib ein Mensch, Kamerad.
Mach ganze Arbeit, pack an Kamerad.
Denn Arbeit, Arbeit macht frei. 

„Volg ohne Draum“ (sächs. Volk ohne Traum = Volk ohne Zukunft!)

 

 

So sieht Wessi den Ossi

Eine kleine Kunde über die Sicht der West-Deutschen („Wessis“) über die Mittel-Deutschen („Ossis“)

Rassenkunde über die defekten Ostdeutschen

gibt eindeutig darüber Auskunft, dass diese Menschen sich nicht nur nicht richtig zu ihrem wahren Vaterland bekennen wollen, sondern dass sie das im Grunde genommen auch gar nicht können. Eine eigene, „ostdeutsche Identität“ haben sie, laufen also hartnäckig weiter als Geschöpfe eines Systems herum, das es gar nicht mehr gibt. Sie sind nicht nur nachhaltig von ihrem alten verkehrten Staat geprägt, sondern sogar noch stolz darauf und lassen ihre „Biographien“ heraushängen. Absolut nichts von dem, was Deutsche zu richtigen Deutschen macht, haben sie vorzuweisen – und wollen von denen dann dafür noch „Respekt“ verlangen! Und wundern sich noch, wenn sie den nicht kriegen! Und der Gipfel ist, wie sie sich dann auch noch in ihrem Revier aufführen. „Inzestuös eingemauert“, wie sie 40 Jahre lang waren, hat sich in ihnen eine „typisch ostdeutsche Mentalität“ derart eingefressen, dass sie bei allem, was sie tun und lassen, einfach nur danebenliegen. Jeden Anstand eines deutschen Privatmenschen lassen sie missen. Als Arbeiter oder Arbeitslose, Kranke oder Rentner hängen sie ihrer „Ost-Mutter ‚Sozialstaat‘“ nach. Die ist zwar längst erledigt, sie aber führen sich auf wie die Krähen im Nest, reißen das Maul auf und warten darauf, dass Vater Staat es mit Geld voll stopft. Der tut ja schon alles, was er nur kann. Aber selbstverständlich macht es auch die üppigste Transferzahlung einem Ostbewohner nie recht. Weil der nämlich einfach so ist, dass er nur immer „säuft, jammert, auf den Staat schimpft und sich von ihm aushalten lässt.“ Und was die staatsbürgerlichen Tugenden dieser Kreaturen betrifft, so zeigen sich an denen nur schon wieder die grundlegenden Defekte, die sie im Zuge ihrer grundverkehrten politischen Sozialisierung erworben haben: Viel mehr, als nur immer abweichendes Verhalten an den Tag zu legen, Bushaltestellen zu verunsichern, Ausländer zu verprügeln und falsche Parteien zu wählen, wissen sie aus der ihnen geschenkten Freiheit nicht zu machen. Asphaltiert man ihnen die Straßen, dann vertreiben sich diese ewig nörgelnden Sozialhilfeempfänger auch noch mit der Jagd auf Vietnamesen ihre üppige Zeit. Langt ihnen schon wieder nicht, einfach nur stolz auf ihre Zugehörigkeit zur deutschen Rasse zu sein; nein, sie müssen unbedingt auch noch „rechtsradikal“ werden und die öffentliche Ordnung stören. Als ob man Ausländer nicht auch still und unauffällig, einfach so für sich, hassen könnte. So sind sie, die Zonis, machen nicht nur alles grundfalsch, sondern sind irgendwie selbst so. Eine einzige „rassistische Spaßgesellschaft“ hat man sich da eingefangen, bar jeder gescheiten nationalen Verantwortlichkeit. Zwar nicht gleich richtige Ausländer, aber doch so etwas wie Fremde im Geiste tummeln sich da östlich der Elbe in der Nation, und natürlich gehört dies in einer eigenen

Botschaft an die westlichen Restdeutschen

deutlich zum Ausdruck gebracht. Die sollen sich an der vergeigten menschlichen Erblast des falschen Systems ruhig nochmals vergegenwärtigen, was sich im Verhältnis der deutschen Bürger zu ihrem Staat gehört und was grundsätzlich nicht. Dass „Versorgungsmentalität“ und „Anspruchsdenken“ absolut undeutsche Tugenden sind, zeigt man ihnen gerne an dieser zweifelhaften nationalen Spezies, die von diesen Lastern einfach nicht loskommt. Freilich, und das ist der zweite Teil der Durchsage, darf das nicht gleich dazu führen, dass die besseren Deutschen dann nur noch als „Besser-Wessis“ auf diese „Ossis“ herabblicken. Ein bisschen Schuld an der fehlenden „inneren Einheit“ haben sie mit ihrer überheblichen Tour schon auch. Genau genommen ist es nämlich weder die offiziell-rechtliche noch die offiziell-öffentliche Diskriminierung, die den Zonis das „Zusammenwachsen“ mit dem deutschen Rest erschwert, sondern sie, die echten deutschen Bürger, sind es. Wer mag sich schon bedingungslos zu seinem deutschen Vaterland bekennen, wenn er in dem auch noch vom nächsten Nachbarn als minderer Deutscher angepinkelt wird!? Etwas von der „Solidarität“, die die westdeutschen Volksgenossen pekuniär ohnehin schon entrichten, möchte da bitte schon auch in ihrem nationalen Gesinnungshaushalt Einkehr halten. Wenngleich natürlich nicht zu bestreiten ist, dass einem das die Brüder und Schwestern von drüben nicht gerade leicht machen…

https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/10-jahre-vereint

Der Spiegel der Wessis: Eine Geschichte in Titelbildern

Der Spiegel der Wessis: Eine Geschichte in Titelbildern

Reden wir einmal über Bilder. Denn Bilder bilden Wahrnehmungen ab, und sie prägen ein öffentliches Bewusstsein. Gerade Titelbilder von Zeitungen und Zeitschriften sind dabei ein wichtiges Feld – sollen sie doch aufmerksam machen und damit zum Kauf anregen. Das Wochenmagazin „Spiegel“ schafft das immer wieder. Mal trifft es den Nerv der Zeit, mal provoziert es – manchmal beides.

Seit 24. August 2019 liegt der Spiegel mit einem Titelbild in den Regalen, das endlich Erklärung verspricht: „So isser, der Ossi.“ Bebildert ist es mit einem Anglerhut in schwarz-rot-gold.

Spiegel 35 / 2019

Vor ziemlich genau einem Jahr erlangte ein Pegida-Demonstrant mit einem solchen Kleidungsstück unfreiwillige Berühmtheit. Er kritisierte ein Kamerateam weil er nicht gefilmt werden wollte und ließ das Filmteam von der Polizei kontrollieren. Der – natürlich – gut dokumentierte Vorfall bestach durch die polterige Impertinenz des Betroffenen und wurde von klassischen Medien und in Social Media bereitwillig aufgenommen. Die taz hatte etwa am 24. August 2018 – also exakt ein Jahr vor dem aktuellen Spiegel-Titel – ein recht ähnliches Titelbild mit der Fokussierung auf den Anglerhut:

taz 24.08.2018

Der Anglerhut mit markanter Farbgebung ist also im wahrsten Sinne ein Symbol-Bild für Ostdeutschland geworden. Genauer gesagt: Für Ostdeutsche mit rechter Einstellung einerseits und mit wenig Intelligenz andererseits. Also genauso, wie man sich in Westdeutschland Ostdeutsche gerne vorstellt.

Gerade der „dumme Ostdeutsche“ hat in der bildlichen Darstellung Tradition. Die bekannteste Darstellung dürfte das Titelbild der Titanic vom November 1989 sein:

Titanic November 1989

„Meine erste Banane“ heißt es hier – eine geschälte Gurke lässt auch bei „Zonen-Gaby“ wenig Auffassungsgabe vermuten. Und auch dort spielte Kleidung eine Rolle in der öffentlichen Darstellung eines „Ossi“: Was heute der Anglerhut ist, war damals die Jeansjacke. Wie etwa das Neue Deutschland 2015 im Interview mit dem Covermodell feststellt:

Das Bild ging später um die ganze Welt. Auch weil mit ihm die Ostdeutschen als einfältige, konsumgeile Trottel in hässlichen Stonewashed-Jeansjacken abgestempelt werden konnten.

Neues Deutschland, 03.01.2015

Auch beim Spiegel landete Ende 1989 eine Kopfbedeckung auf dem Titelbild. Es gibt aber zwei Unterschiede zum aktuellen Cover: Es handelt sich um die klassische Zipfelmütze des „deutschen Michel“, also eine Darstellung des Deutschen an sich. Und unter dieser Mütze stecken zwei Deutsche, Ost und West.

Spiegel 51/1989

Unter diesem Hut blieben die Deutschen laut Spiegel nicht lange: Mitte 1990 sind sie immerhin noch durch die verknoteten Krawatten verbunden. Der Texttext verweist aber bereits darauf, dass man „vereint aber fremd“ sei:

SPIEGEL 39/1990

Mitte 1992 spricht man aber bereits von einer „neuen Teilung“ – „Deutsche gegen Deutsche“. Entsprechend blicken Ost und West übel gelaunt in unterschiedliche Richtungen, Zusammenhalt gibt nur ein Strick, der sie aneinander kettet.

SPIEGEL 34/1992

Über die Jahre scheint sich der Abstand noch weiter vergrößert zu haben: 1999 stehen Menschen aus Ost und West weit entfernt auf einer durchbrochenen Brücke. Um die Lücke zu füllen, wird ein Handschlag herangehoben – hier wird wieder der Strick verwendet, der aber bereits eine bedenklich empfindliche Stelle besitzt

SPIEGEL 10/1999

Diese Entwicklung geschieht parallel zu einer weiteren Titelbild-Erzählung des Spiegel: Der Osten kostet. Anfang 1990 etwa fragte man aufgrund einer „Massenflucht“ aus der DDR: „Gefahr für den Wohlstand?“

SPIEGEL 4/1990

Und Mitte 1991 lautete die Frage aufgrund von „Steuer-Opfern für den Osten“: „Wieviel noch?“ Hier wird ein Westdeutscher von riesigen Händen ausgewrungen:

SPIEGEL 27/1991

Beide Titelbilder zeigen also einen klar westdeutschen Blick, der den Osten wahlweise als Belastung oder als Bedrohung wahrnimmt. Die Angst vor der „Gefahr aus dem Osten“ ist übrigens schon deutlich älter: Bereits im Alten Griechenland fürchtete man sich auf diese Weise vor dem Perserreich.

Aber zurück in die 1990er Jahre aus Sicht des Spiegel. Der war sich nämlich offenbar nicht einig, ob Ostdeutschland denn nun eine Erfolgsgeschichte ist oder nicht. So hieß es 1994: „Der Osten is‘ stark“,

SPIEGEL 33/1994

Anfang 1995 aber hieß es „Milliardengrab ‚Aufschwung Ost‘“. Wobei auch der westdeutsche Blick zählt: Ahnen die Spiegel-Lesenden im Westen jetzt wohl, dass ihr Solidarbeitrag wohl doch nicht gut angelegt sein dürfte.

SPIEGEL 7/1995

„Der neue Osten“ heißt es wiederum 1996 – bei der bunten Comicgrafik muss man vermuten: Neu gleich gut.

SPIEGEL 41/1996

Das ist recht interessant, hat der Spiegel bei Titelseiten 1995 und 1996 den Erfolg der „Blühenden Landschaften“ in Frage gestellt. In beiden Fällen liegt das DDR-Staatswappen halb verrottet in einer Wiese.

SPIEGEL 36/1995
SPIEGEL 25/1996

Was auffällt: Diese Titelbilder besitzen bislang recht wenig „typische“ Ost-Symbolik. Das sollte sich ändern. Denn ebenfalls 1995 findet der Spiegel erste Symbol-Bilder für die Ostdeutschen. Da man in einer Umfrage ein „Heimweh nach der alten Ordnung“ gefunden habe, trägt eine Frau stolz eine DDR-Flagge und erotisch eine FDJ-Bluse.

SPIEGEL 27/1995

Die Hemden von FDJ und Pionieren hatten es dann eine Zeitlang tatsächlich ins öffentliche Bewusstsein als DDR-Symbole geschafft. In der „DDR-Show“ von RTL trug etwa Kati Witt ein Pionierhemd, was ihr auch Kritik einbrachte.

Kati Witt in der „DDR-Show“ 2003

Ach, die Symbole, endlich, mag man beim Spiegel frohlockt haben! 2004 hatte das Magazin mit dem Ampelmännchen ein anderes ostdeutsches Symbol gefunden und eine griffige Zeile gleich dazu: „Jammertal“ hieß es zu 15 Jahren Deutsche Einheit.

SPIEGEL 39/2004

Damit war der Spiegel nah am „Jammerossi“ — und bereits recht nah am aktuellen Spiegelbild: Ein klares bildliches Symbol gepaart mit einem klaren Urteil über den Osten. Der jammernde Ossi halt, entweder über die wirtschaftliche Situation oder weil er bei einer Demonstration gefilmt wird.

Was im Jahr 2004 aber noch fehlt, das ist der Verweis auf den rechten Osten. Das lieferte der Spiegel dann im Jahr 2018:

SPIEGEL 36/2018

Ein ganzes Bundesland wird rechts, sagt uns die Illustration ganz zugespitzt. Bei einer anderen Titelseite aus dem gleichen Jahr ist der Spiegel etwas ausführlicher: „Revolution“ heißt es da und „Warum die Deutschen so oft scheitern“. 1989 steht in der Auflistung, auch wenn das entsprechende Foto hinter dem westdeutschen Symbol Rudi Dutschke recht versteckt abgebildet ist.

SPIEGEL 42/2018

Aber: Ist 1989 denn tatsächlich gescheitert? Aus Sicht des Spiegel und der Geschichte seiner Titelseiten ist die Antwort wahrscheinlich klar: Ja. Denn die Ostdeutschen sind dumm, sie kosten und rechts sind sie jetzt auch noch geworden.

Die Titelseiten des Spiegel dürften aber auch eine Antwort darauf geben, warum das Magazin im Osten Deutschlands vergleichsweise wenig gelesen wird, weniger als die „SuperIllu“ etwa. Aber wer möchte denn auch eine Zeitschrift kaufen, auf der man als jammernd, als dumm oder als rechts dargestellt wird? Und versteht der Spiegel seine potenziellen Käuferinnen und Käufer tatsächlich so?

https://einwende.de/

Titelbildquelle: www.visualstatements.net

Ich war ein ZEISSianer

Ich war ein Zeissianer

“Man erkennt einen Zeissianer schon am Vorgarten”

“Fünf Minuten vor der Zeit, ist des Zeissianers Pünktlichkeit”

Entweder Sekretär der FDJ an der FSU oder Leiter der Gruppe Betriebspsychologie bei Zeiss? Das war im Kadergespräch die Frage an mich und meine berufliche Zukunft Ende der 1970er Jahre. Meine Assistentenzeit an der Sektion Psychologie ging zu Ende und aufgrund des Rechtes auf Arbeit in der DDR mußte mir eine neue Arbeitsstelle vorgeschlagen werden.

Da ich ja seit Beginn meines Psychologie-Studiums immer schon in der Wirtschaft arbeiten wollte, war meine Entscheidung schnell gefällt: ZEISS!

So wurde ich zu einem ZEISSianer.

„Der Tag hat 24 Stunden, und wenn einer 12 Stunden täglich arbeitet, dann handelt es sich um eine Halbtagskraft.“ (Wolfgang Biermann immer wieder)

„Trotzdem hat letztlich [im Kombinat] immer nur einer das Sagen, und das ist der Generaldirektor.“ (Wolfgang Biermann vor Offizieren der Staatssicherheit)

„Ich habe nie bestritten, daß ich der Beste sein wollte. Diesen Ehrgeiz habe ich immer gehabt.“ (Wolfgang Biermann in einem Zeitungsinterview)

Faseroptik

Unter anderem wurde in der DDR beim VEB Carl Zeiss Jena die Faseroptik entwickelt, mit der in Planetarien der Sternenhimmel an die Decke projiziert wurde.

Dieses Verfahren wird heute nach wie vor angewendet und heute von Zeiss – dem Teil der Firma, die nach dem Krieg abgetrennt und in den drei westlichen Besatzungszonen neu wieder aufgebaut wurde, hergestellt und ausgeliefert.

Aufnahmen aus dem All

Die Multispektralkamera MKF 6 vom Kombinat VEB Carl Zeiss Jena, auf die sollen damals sogar westliche Geheimdienste scharf gewesen sein.

Die Marke ZEISS steht seit über 160 Jahren für Präzision, Qualität und Verlässlichkeit.

THÜRINGEN war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts das „geistige Zentrum“ Deutschlands.

Dazu gehörte die Stadt JENA als wissenschaftlich-technisch-industrielles Zentrum der Feinmechanik und Optik.

Carl Zeiss (11. September1816 in Weimar bis  3. Dezember1888 in Jena) begründete 7. November 1846 in Jena  seine Werkstätte für feinmechanisch-optische Geräte wie beispielsweise Mikroskope.

Der unternehmerische Erfolg führte zur Gründung der feinmechanischen-optischen Werke „Carl Zeiss“

Zulieferer für die Präzisions-Optik kam auch aus Jena von „Schott & Genossen“

Der Physiker Ernst Abbe (1840–1905)  wurde für die mathematische Berechnung von Objektiven ein wichtiger Partner von Carl Zeiss.

Ernst Abbe würdigte die Verdienste von Carl Zeiss durch die Gründung der Carl Zeiss-Stiftung  1889.

https://de.wikipedia.org

Die Zeiss Ikon AG war bis zum Zweiten Weltkrieg einer der bedeutendsten Kamera- und Kinoprojektorenhersteller sowie Weltmarktführer bei Schmalfilmkameras.

Aus der Zeiss Ikon AG wurden der VEB Pentacon (DDR) ab 1955

https://de.wikipedia.org

Aspekte von ZEISS und der Zeiss-Werke

1. Carl Zeiss Jena als deutsches Rüstungs-Unternehmen 

Das Zeiss-Hauptwerk in Jena um 1910.

 

Militärrüstungs-Aufträge machten Zeiss Jena berühmt.
60 bis 70 % wenn nicht 80% optische Geräte für Militär

  • Feldstecher
  • Mikroskope
  • Artillerie-Geschütze
  • Laser-Technik
  • Radar-Technik
  • Kameras
  • Scharschützengewehre

2. Diebstahl des Know Hows von Carl Zeiss Jena 1945

Thüringen war das geistigen Zentrum Deutschlands.

Thüringen ist von Amerikaner 1945 besetzt worden.
Vereinbart mit Russen, daß die Amerikaner wieder hinter Demarkationslinie zurückgehen.
Aber die Amerikaner waren einige Monate in Thüringen.
Sie haben Spezialeinheiten ausgeschickt nach Thüringen, die alles requiriert und erbeutet haben, Unterlagen aller Art, industrielle Unterlagen, Patentschriften, mit Lastwagenkolonnen Richtung Westen abgefahren.
Als dann die Russen das Gebiet übernahmen, haben sie Maschinen mit genommen, die Amis nahmen Know how mit,
weniger Maschinen
Die Amis haben in Jena nicht nur die gesamten Patente von Zeiss Jena beschlagnahmt und abtransportiert, sondern gleich auch die leitenden Mitarbeiter von Jena, die alle geschlossen in den Westen gingen.
Und nach ein paar Monaten haben die Amis dann das deutsche geistig Zentrum an die Russen übergeben. Die Russen fanden leere Panzerschränke vor.

Die hochkompetenten Mitarbeiter und vor allem die Werksleitung, die für die Nazis gearbeitet hatten, waren in den Westen gegangen. Der Standort Oberkochen war ohne geringste historische industrielle Tradition.
Aber dort Zeiss wollten die Amerikaner etwas geniales Technisches wiederbeleben, mit allem, was dazu gehörte.
Nach Patenten von optischen Geräten konnte dort produziert werden.

In Jena war nichts mehr geblieben.
Dort hat man sehr mühevoll und hochengagiert auf den Trümmern und in leeren Werkhallen wieder ein Zeiss-Werk aufgebaut.

Und dieser Aufbau geschah unter Kriegsbedingungen des kalten Krieges in scharfer wirtschaftlich-technischer Konkurrenz zwischen dem  volkseigenem Kombinat Carl Zeiss Jena in der DDR und dem privaten Carl Zeiss in Oberkochen in West-Deutschland.

3. Kampf zwischen Carl Zeiss Jena (DDR) und Zeiss Oberkochen (West-Deutschland)

Der volkseigene Betrieb (sozialistische Konzern) „Carl Zeiss Jena“ wurde privatisiert und zur „Jenoptik“ GmbH.

Das Perfideste für die ehemaligen Direktor CZJena
Zeiss Oberkochen kat geklagt gegen die DDR und wollte das Jena sich nicht mehr Carl Zeiss Jena nicht nennen duirfte
der Vertreter war in London Prozeß dabei
Ergebnis, Oberkochen gewann Prozeß
Jena mußte sich umbenennen: „Jenoptik“ blöder Name, so dämlich wie die ganze Situation
auch nach der Wewnde

Lothar Späth aus Schwaben nach der Wende mit großem Verdienst Zeiss Jena wieder belebt

Was ist besser? Oberkochen!
Die haben die Patente genutzt und ausgebaut, effiziente Nachfolgeapparate geschaffen, Fachkräfte mit „goldenen“ Händen aus Jena mitgenommen, denn diese Präzisionsgeräte konnten nur Menschen mit hohen Fingerfertigkeiten leisten, nicht nur mit Geist bzw. technischer Intelligenz.

Jena konnte sich nie wieder völlig von diesem Schlag erholen, auch wenn Carl Zeiss Jena in der DDR und innerhalb der sozialistischen Länder als die Besten im Militär-Industrie-Bereich galten.

Zeiss Jena ist nie an die Klasse von Oberkochen herangekommen.
Oberkochen hat ein weltweites Handelsnetz ausgebaut.

Historischer Fakt ist:

  • Beide Zeiss-Betriebe haben sich entsprechend der Möglichkeiten und Grenzen ihrer Gesellschafts-Systeme bis an die Spitze des Weltmarktes entwickelt.
  • Zeiss-Objektiv heute sind offenbar heute nicht mehr bezahlbar. Die Berechnung der Zeiss-Objektive geht auf die 1930er Jahre zurück. Alles Heutige sind nur Weiterentwicklungen,
    Heute sind sie noch in guten Kameras eingebaut, weil es nichts Besseres gibt.
  • Linsen und andere Glassorten für die hochwertigen Objekte wurden bei „Schott und Genossen“ hergestellt. Die Zeiss-Brille ist bis heute weltberühmt für seine Qualität.
  • Alle Ursprünge solcher geräte-technischen Leistungen von heute liegen in Jena bei Carl Zeiss, nicht in Oberkochen bei Frankfurt am Main. 1846 gründete Carl Zeiss in Jena  seine erste Werkstätte.

Zeissianer sind fast eine Religion.

Zeiss-Rentner leben nach ihrem Arbeitsleben mit guten Renten in Jena, weil die Mitarbeiter an dem Gewinn des Unternehmens beteiligt waren, nicht mit spekulativen Börden-Aktien, aber mit guten Betriebs-Renten (zusätzlich zu „staatlichen“ Renten).  Jena hat dadurch eine hohe Kaufkraft

Die Stadt Jena ist geprägt von Zeiss

  • mit Wohn-Siedlungen für die Zeissianer,
  • mit Kultureinrichtungen (Volkshaus, Bad, Theater)
  • mit betriebs-eigener Berufsschule und Fachschule
  • mit Forschungs-Kooperationen mit der Friedrich-Schiller-Universität

4. ZEISS als Sieger der Geschichte

Logo

Carl Zeiss AG (Oberkochen) – ZEISS Gruppe: „Lösungen, die den technologischen Fortschritt gestalten“

ZEISS Hightech-Standort in Jena

Jena – der Gründungsstandort und zweitgrößte Standort weltweit – wird als einer der führenden Innovationsstandorte von ZEISS weiter ausgebaut. Dazu führt ZEISS seine lokal ansässigen Einheiten an einem Ort zusammen und schafft Kapazitäten für Erweiterungen. Der neue Hightech-Standort wird durch Modernität, Offenheit und die dort entwickelten und gefertigten Systeme Strahlkraft für die Hochtechnologie- und Wissenschaftsstadt Jena haben.

Carl Zeiss Jena GmbH

100 % Tochterunternehmen der Carl Zeiss AG

Von der Jenoptik Carl Zeiss Jena GmbH (1990) zur „Jenoptik AG“ (ab 1. Januar 1996)

Die Zeiss-Betriebs-Kultur

1 Patriarchalische Führungskultur

Seine Werkstatt leitete Zeiß im streng patriarchalischen Sinn. Mikroskope, die von seinen Gehilfen nicht mit der von ihm verlangten hohen Präzision gefertigt worden waren, zerschlug er eigenhändig mit dem Hammer auf dem Amboss. In solchen Fällen verweigerte er die Auszahlung des Lohnes an den betreffenden Gehilfen ebenso wie bei zu langsamem Arbeitstempo.

2 Gutes Betriebsklima

Trotzdem herrschte ein gutes Betriebsklima. Dazu trugen die jährlichen Betriebsausflüge per Pferdewagen und sonstigen Festlichkeiten bei, die Zeiß auf Firmenkosten organisierte.

Außerdem lud er seine Mitarbeiter gern zu sich in den Garten ein und bewirtete sie dort mit Wein und belegten Broten.

Neu einzustellende Belegschaftsmitglieder bat er zunächst einmal in die Wohnstube und befragte sie bei einem Glas Wein ausgiebig.

3 Lange Arbeitszeiten

Gearbeitet wurde in dem Betrieb von morgens 6 Uhr bis abends 19 Uhr. Wenn man die Frühstückspause von 15 Minuten und die Mittagspause von einer Stunde abrechnet, ergibt das eine tägliche Arbeitszeit von 11 3/4 Stunden.

4 Gute Entlohnung

Dafür erhielt Löber als Spitzenverdiener im Jahre 1856 wöchentlich drei Taler, während sich ein anderer Gehilfe mit zweieinhalb Talern zufriedengeben musste. Allerdings besaßen die meisten Gehilfen in dem damals noch ländlichen Jena wenigstens einen kleinen Garten. Wenn dort besonders viel Arbeit anfiel, konnte man mit Billigung des Prinzipals schon einmal einen Tag von der Werkstatt fernbleiben.

VEB Kombinat Carl Zeiss Jena als „Staat im Staate“ der DDR

File:Carl Zeiss Jena VEB Logo.svg

  • Höchster Orden der DDR: Karl Marx Orden

  • Eigene Briefmarken

VEB Carl Zeiss Jena, 110 Jahre Carl Zeiss Jena ...

  • Eigenes Rentensystem für Zeissianer
  • Eigener Außenhandelsbetrieb in Jena (nicht in Berlin)
  • Eigener Messe-Pavillion zur Leipziger Messe
ADN-ZB Ludwig-2.9.86 Leipzig: Herbstmesse 86-Neu auf dem Messegelände ist die Halle 14, das Ausstellungszentrum des Kombinats VEB Carl Zeiss Jena. Mit weit über 200 Exponaten wird hier ein an Hochtechnologien orientiertes und nach Anwendungsgebieten gegliedertes Leistungsangebot unterbreitet.
  • Eigener Fußballmannschaft FC Carl Zeiss Jena
  • Eigene Ingenieur-Fachschule in Jena
  • Eigenes Volkshaus (1901 und 1903) als Veranstaltungszentrum der Bevölkerung 
  • Eigenes Volksbad als Badehaus

ZEISS – Kombinat VEB Carl Zeiss Jena (Hrsg.):

Dynamik – Fortschritt – Qualität – ZEISS – Kombinat VEB Carl Zeiss Jena.

Beschreibung

80 Seiten, unz. Farbfotos, Hardcover, Schutzumschlag berieben mit kleinen Einrissen und Knickspuren und mit Tesafilm repariert, sonst guter Zustand, 24,5 x 27,5 cm. Anmerkung: Sehr schöner Bildband anläßlich des 30sten Jahrestages der Gründung der DDR – Geschichte der Zeisswerke und führende Persönlichkeiten wie Zeiss, Schott, Abbe. Sowie Produkte wie Mikroskope, Ferngläser, geodätische Instrumente, Fotoobjektive, Fernrohre usw. werden dargestellt. Interessant sowohl für den technisch foto-historisch interessierten Leser oder Sammler wie auch für den Nostalgiker, der die Grußworte des Genossen Dr. Wolfgang Biermann, Mitglied des Zentralkomitees der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands SED und Generaldirektor des Kombinates VEB Carl Zeiss JENA zu würdigen weiß. Folgende Betriebe gehörten unter anderem zum Kombinat VEB Carl Zeiss JENA: VEB Rathenower Optische Werke ROW, VEB Feinmeß Dresden, VEB Jenaer Glaswerk Schott & Gen. Enthalten sind Abbildungen unter anderem vom Genossen Herbert Ziegenhahn, vom Genossen Egon Krenz, vom Besuch des Genossen Erich Honecker auf dem Zeiss-Stand während der Leipziger Frühjahrsmesse, vom Besuch der Fliegerkosmonauten Waleri Bykowski und Siegmund Jähn in Jena und vielen anderen interessanten Dingen aus deutscher Geschichte, vom Zeitgeist im Osten Deutschlands, der Deutschen Demokratischen Republik und der DDR (G.D.R.). Zitat: Optische Präzisionsgeräte sind Schrittmacher des wissenschaftlichen Fortschritts. Sie dienen der immer besseren Erkenntnis und Beherrschung der Natur durch den Menschen. In der Deutschen Demokratischen Republik ist das Industriekombinat VEB Carl Zeiss JENA bedeutendster Produzent dieser Erzeugnisse. Es umfasst 15 Betriebe, ein Forschungszentrum und einen Außenhandelsbetrieb und beschäftigt insgesamt 44000 Menschen, davon allein 4000 Lehrlinge. Die Erzeugnisse der Zeiss-Betriebe werden in über 100 Länder der Erde exportiert. Das Zeiss-Werk ist seit seiner Gründung vor über 130 Jahren unlöslich verbunden mit den Kämpfen der gesellschaftlichen Entwicklung, mit der Entwicklung der Arbeiterklasse, der Produktivkräfte, der Wissenschaft. Ende der 40er Jahre des 19ten Jahrhunderts, 1846, gründete der Mechaniker Carl Zeiss in Jena seine erste Werkstatt für feinmechanisch-optische Geräte. Buchnummer des Verkäufers 8057

Dietmar Remy: Zeiss-Generaldirektor Wolfgang Biermann: Ein sozialistischer Manager im Traditionsunternehmen (2019)

Buchbeschreibung:

Der Tag hat 24 Stunden, und wenn einer 12 Stunden täglich arbeitet, dann handelt es sich um eine Halbtagskraft. Wolfgang Biermann (1927-2001) galt als einer der bedeutendsten Wirtschaftsführer der DDR. Seit Mitte der fünfziger Jahre wirkte der sozialistische Manager in Führungspositionen der DDR-Wirtschaft, zum Beispiel als Haupttechnologe oder Produktionsleiter. Von 1969 bis 1975 lenkte er als Generaldirektor mit harter Hand das Werkzeugmaschinenkombinat 7.Oktober in Berlin. Danach übernahm er seine wichtigste Mission: die Leitung des traditionsreichen Zeiss-Werkes. Innerhalb weniger Jahre entwickelte Generaldirektor Biermann den VEB Carl Zeiss Jena zum Vorzeigekombinat, das immer mehr Leistungen für die Volkswirtschaft der DDR erbrachte. Konsumgüter, Wehrtechnik und Mikroelektronik ergänzten in seiner Ära die Erzeugnisse des wissenschaftlichen Gerätebaus. Trotz mancher Erfolge blieb Biermann aufgrund seines autoritären Führungsstils bis zu seinem Rücktritt 1989 ein umstrittener Unternehmensleiter. Nicht wenige seiner 63.000 Mitarbeiter charakterisierten den ehrgeizigen Chef als Menschenschinder. Dietmar Remy präsentiert die erste Biografie eines Leiters eines DDR-Kombinates.

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Von „Carl Zeiss“ zu „ZEISS“ – Eine kurze Geschichte

Ressourcen

Die Hochburg der Optikindustrie – VEB Zeiss

Otto Gotsche und die Förderung der Arbeiter zum Schreiben

Otto Gotsche und die Förderung der Arbeiter zum Schreiben

Mein Vater konnte gut Erlebnisse und Geschichten erzählen, begeisternd über Themen reden und auch dramatisch oder lyrisch schreiben. Und er konnte sogar zum Text passende Zeichnungen und kleine Karikaturen (vor allem mit der Feder) anfertigen. In diesen kommunikativ-künstlerischen Fähigkeiten war er mir ein Vorbild und ich lernte viel von ihm.

Wie kam er als Land- und Berg-Arbeiter dazu? Er wurde gefördert und lernte viel autodidaktisch, übte und probierte sich aus. Später studierte er sogar Journalistik in Leipzig an der Fachschule für Journalistik des Verbandes der Journalisten der DDR.

Die neue Gesellschaft brauchte in Mitteldeutschland nach dem Krieg auch Menschen, die als Journalisten oder Schriftsteller wirken. Dazu gehörte im mittleren Teil Deutschlands auch, daß Arbeitervertreter die Macht im Gesellschafts-System übernahmen und deshalb auch andere Arbeiter förderten, mit ihnen für den Aufbau einer besseren Gesellschaft zu arbeiten, als die kapitalistische und vor allem als die nationalsozialistische vorher.

Irgendwann Ende der 1940er Jahre wurde mein Vater im Mansfelder Kupferschiefer-Bergwerk „entdeckt“ und dafür gewonnen, in der Betriebszeitung des Schachtes mitzuarbeiten. Das war der Start für seine journalistische Entwicklung in der DDR.  Bald arbeitete er in Eisleben in der regionalen SED-Zeitung „Freiheit“.

Otto Gosche

Dort begegnete mein Vater auch Otto Gotsche (3. Juli 1904 in Wolferode bei Eisleben bis  17. Dezember 1985 in Berlin),

  • dem geschätzten Mansfelder Bergarbeitersohn,
  • dem langjährigen Kommunisten (seit 1919),
  • dem revolutionären Kämpfer (autobiographischer Roman „Märzstürme“),
  • der im aktiven Widerstand gegen das Naziregime handelte (1933 mehrere Monate im KZ Sonnenburg, maßgeblich am Aufbau der Antifaschistischen Arbeitergruppe Mitteldeutschland (AAM) engagiert, die in den letzten Kriegsjahren zu den zahlenmäßig stärksten und bestorganisierten Widerstandsorganisationen im deutschen Reichsgebiet gehörte; Gründung bewaffneter Kampfgruppen im März 1945, Bildung eines illegalen Bürgerausschusses in Eisleben im April 1945, Entwaffnung der Nazi-Polizei am 13. April 1945 – kurz vor Einrücken der US-Armee in Eisleben),
  • der sich mit seinen organisatorischen und schriftstellerischen Fähigkeiten in den Dienst des Aufbaus des Sozialismus in der DDR stellte (z.B. baute er unmittelbar nach Kriegsende im Mansfelder Raum eine „Partei der Werktätigen“ auf, die neben Kommunisten auch Sozialdemokraten einbinden sollte, die noch während der amerikanischen Besetzung im Eislebener Kino eine illegale Delegiertenkonferenz abhielt und etwa 10.000 Mitglieder umfaßte).

Otto Gotsche war in Eisleben, im Mansfelder Land und im mitteldeutschen Raum nach dem Krieg ein geachteter Mann der „revolutionären Tat“ sowie als Buchautor und Mitglied des Vorstandes des DDR-Schriftstellerverbandes auch des „revolutionären Wortes„. Er gehörte deshalb zu den Maßgeblichen in den DDR-Anfangsjahren, die Arbeiter beim Schreiben und generell in der Kunst förderten sowie Künstler zum unmittelbaren Verhältnis zur Arbeiterschaft und der produktiven Arbeit aufforderten. Gotsche war Hauptinitiator der DDR-Kulturkonferenz 1959, die mit dem „Bitterfelder Weg“  die sozialistische Kulturpolitik in der DDR fundierte, um eine eigenständige „sozialistische Nationalkultur“ hervorzubringen. Diese sollte den „wachsenden künstlerisch-ästhetischen Bedürfnissen der Werktätigen“ entsprechen und die Arbeiter sollten „auch die Höhen der Kultur stürmen und von ihnen Besitz ergreifen“ (Walter Ulbricht, 1958).

Die journalistisch-schriftstellerische Kulturförderung wurde organisiert

  • in der Bewegungen ,,Greif zur Feder, Kumpel!“
  • in den „Zirkeln schreibender Arbeiter“ sowie
  • im Aufbau der „Volkskorrespondenten“.

Otto Gotsche galt als maßgeblicher Förderer der „Bewegung schreibender Arbeiter“ der DDR. Er erhielt für sein Werk 1958 den Nationalpreis der DDR.

Ich schreibe. Arbeiter greifen zur Feder.

Vorwort Otto Gotsche. 1. Folge der Reihe. Zeitschrift – 1. Januar 1960

Förderung meines Vaters durch Otto Gotsche

Mein Vater gehörte zu diesen, auch von Otto Gotsche persönlich Geförderten. Für seine journalistische Arbeit in der Parteizeitung „Freiheit“ und für ein eigenes Buchprojekt erforschte er Anfang der 1950er Jahre die Geschichte des Mansfelder Landes:

  • die Reformationskämpfe zwischen Katholiken und Evangelen,
  • die Bauernkämpfe,
  • den Dreißigjährigen Krieg,
  • die Bergwerksgeschichte,
  • die Arbeiterkämpfe,
  • die Geschichte vom „Kleinen Trompeter“ Fritz Weineck aus Halle/Saale

Ich erinnere mich, daß er mir davon auch viel erzählte, von den mutigen Bauern um Thomas Münzer und das widersprüchliche Verhalten von Martin Luther, von den Reichen in den Burgen und Gläubigen in den Klöstern im Harzer Vorland usw. Für mich war das alles spannend. Mein Vater konnte die Geschichte so spannend und lebendig erzählen. Ich hörte ihm so gern zu.

Er ermittelte mit viel Mühe und deutscher Akribie viele historische Daten und Fakten, entnahm historische Dokumente aus Archiven und Bibliotheken, sprach auch mit Zeitzeugen. Und darauf fußend schrieb er ein Manuskript für ein eigenes historisches Buch. Diesen Buchentwurf mußte er zur Kontrolle und zum Redigieren seinem Förderer und Mentor Otto Gotsche vorlegen.

Die Enttäuschung über Otto Gotsche durch dessen geistigen Diebstahl

Dieser Mann machte jedoch aus dem Manuskript und den Dokumenten meines Vaters sein eigenes Buch (oder er verarbeitete das Material sogar in mehreren Bücher?). Ich bin heute nicht mehr sicher, was mir mein ansonsten äußerst partei-disziplinierter Vater im Frust über den Diebstahl durch Gotsche damals konkret zeigte und sagte. Gotsche benutzte offenbar die Arbeiten meines Vaters in diesen Büchern:

Von all unseren Kameraden … : der kleine Trompeter und seine Zeit. 

Herausgeber : Halle : Bezirkskomm. zur Erforschung der Geschichte der Örtlichen Arbeiterbewegung, Halle : Bezirksparteiarchiv bei der Bezirksleitung (1967)

Unser kleiner Trompeter 

Otto Gotsche stellt eine fast legendäre Figur in den Mittelpunkt dieses Romans: den „kleinen Trompeter“. Fritz Weineck, dem das bekannte Lied vom kleinen Trompeter gilt, ist ein Hallenser Arbeiterjunge; im ärmsten Viertel der Stadt wuchs er auf; äußerste Not und die Solidarität der Arbeiter sind die bestimmenden Eindrücke seiner Kindheit.

Otto Gotsche verfolgt den Lebensweg des jungen Arbeiters, der – einer von vielen – 1925 im Hallenser Volkspark von der Polizei der Weimarer Republik ermordet wird. …

 

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.. UND HABEN NUR DEN ZORN (1978)

Vicken Ramter und Valten Weddingen, dem Kindesalter entwachsen, überleben die Zerstörung ihres Dorfes im Dreißigjährigen Krieg. Auf sich selbst gestellt, Not und Tod vor Augen, werden sie Mann und Frau und müssen mit ihrer herben, spröden Liebe sich den Wolfsgesetzen der Kriegswirren stellen. Sie erleben, wie die Mächtigen Europas in ihrer Heimat die Machtkämpfe austragen, und aus der Notwehr gegen die Landsknechte fremder und einheimischer Herrscher wächst aus der Solidarität der Bauern, Bergleute und Handwerker eine Bewegung, deren Kraft größer war, als wir bisher aus Geschichtsbüchern wußten: die Harzschürzen.

Otto Gotsche erzählt diese Geschichte, auf bisher uns nicht zugänglichen Quellen fußend, in einer bewegenden Fabel, die erregend die Grausamkeit dieses Krieges aus einem neuen Blickfeld sichtbar macht.

 

 

 

Zwischen Nacht und Morgen (1958)

1940 war er maßgeblich beim Aufbau der ,,Antifaschistischen Arbeitergruppe Mitteldeutschlands“ beteiligt. Im Februar 1945 musste Otto Gotsche erneut in die Illegalität gehen. Dem heldenhaften Widerstandskampf dieser Gruppe widmete er sich in seinem Roman ,,Zwischen Nacht und Morgen“ (1955).

 

 

 

 

 

Mein Dorf – Geschichte und Geschichten – Ein Dorf im Mansfelder Land (1974)

Ein Dorf im Mansfelder Land, dargestellt vom sagendunklen Grund der Geschichte, als der Legende nach Nappian und Neuke mit dem Abbau des Kupferschiefers begannen, über die grausamen Zeiten von Krieg, Hungersnot, Pest und Ausbeutung hinweg bis in unsere Zeit: Wolferode, Geburtsort von Otto Gotsche.

 

Die Hemmingstredter Schlacht. Roman über die Bauernrepublik Dithmarschen

 

Folgen und Wertungen 

Mein Vater erlebte damals eines seiner Traumata mit den (kommunistischen) Genossen und dem Sozialismus. Er war sehr enttäuscht und tief erschüttert aufgrund

  • des geistigen Diebstahls,
  • des Vertrauens-Bruchs,
  • des Macht-Mißbrauchs durch Otto Gotsche
  • der Ohnmacht und Wehrlosigkeit wegen der Machtverhältnisse.

Diese Ent-Täuschung erlebte er vor allem, weil  er sich dagegen nicht wehren konnte, in diesem sozialen und zwischenmenschlichen System unterlegen war: Otto Gotsche war damals eine hochgeschätzte „Institution“ in der deutschen kommunistischen Bewegung, Intimus und Sekretär von Walter Ulbricht sowie Mitglied des ZK der SED – eigentlich „unantastbar“.

Jedenfalls brachte mein Vater (daraufhin?) kein eigenes Buch in seinem Leben in der DDR zur Veröffentlichung. Dabei wäre er vielleicht ein guter Schriftsteller geworden? Dieses Erlebnis mit Otto Gotsche war wohl eine Weichenstellung in seinem Leben: So blieb er innerhalb des SED-Parteiapparates als Journalist und Redakteur in Eisleben, später in Senftenberg und Cottbus tätig.

Otto Gotsche aber festigte seine Stellung im Machtapparat der SED und der DDR weiter. Heute bewerten (kommunistische) Historiker diesen Mann in der DDR als „Mitträger der Restauration des Kapitalismus„. „Als Mitglied des Zentralkomitees der SED und führender Staatsfunktionär wirkte Otto Gotsche auch mit an der revisionistischen Entartung der Parteispitze.“ (https://interaktiv.mlpd.de)

Auch ich machte in meinem Leben mehrere ähnliche Erfahrungen, bei denen andere „clevere“ und kriminelle Leute mir (geistige) Arbeitsergebnisse stahlen, nutzten und verkauften. Heute kann ich diese bitteren oder traumatisierenden Erlebnisse in den großen historischen Zyklus einordnen. Wir leben am Ende des langen Zeitalters des Kali-Yuga – der Periode der Lügen, Unterdrückungen und Ausbeutungen. Und das galt auch für das Sozialismus-Experiment in der DDR und die maßgeblichen Figuren ihrer Gestaltung.

“Der Kommunismus ist nicht [und war nie] eine Schöpfung der Massen, um das Bankgeschäft zu stürzen, sondern vielmehr eine Schöpfung des Bankgeschäfts, um das Volk zu stürzen und zu versklaven.” (Anthony J. Hilder)

Werke von Otto Gosche (Auswahl)

  • Märzstürme. Roman, 1933/1953/1971.
  • Rätselhafte Ladung. 1932.
  • Zeche Pluto. 1933.
  • Zwischen Gestern und Heute. 1947.
  • Tagebuch des Zusammenbruchs. 1949.
  • Im ‚goldenen‘ Westen. 1949.
  • Tiefe Furchen, Roman. 1949.
  • Zwischen Nacht und Morgen. 1955.
  • Der Schatz im Haus Nr. 24. 1956.
  • Die Fahne von Kriwoj Rog. Roman, 1959.
  • Auf Straßen, die wir selber bauten. 1959.
  • Unser kleiner Trompeter. 1961.
  • Stärker ist das Leben. 1967.
  • Ardak und Schneedika. 1968.
  • …und haben nur den Zorn. Roman, 1975.
  • Die Hemmingstedter Schlacht. Roman, 1982.
  • Mein Dorf. Geschichte und Geschichten. 1982.
  • Die seltsame Belagerung von Saint Nazaire. Roman, 1979.[13]

Aufsätze von Otto Gosche

  • Kritik der Anderen, Einige Bemerkungen zur Frage der Qualifikation unserer Literatur. 1932.
  • Die Märzaktion 1921 in Mitteldeutschland und ihre historische Bedeutung. 1956.

Wikipedia über Otto Gotsche (3. Juli 1904 in Wolferode bis  17. Dezember 1985 in Berlin)

Er war ein deutscher Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, Politiker (KPD, SED) und Schriftsteller.

Gotsche war Sohn eines Bergarbeiters und erlernte den Beruf eines Klempners, in die KPD trat er bereits 1919 als Fünfzehnjähriger ein. Er wurde 1921 wegen Teilnahme an den Märzkämpfen und 1923 als KPD-Funktionär wegen Hochverrats zu Gefängnisstrafen verurteilt. Bis 1933 war Gotsche vor allem in den Parteibezirken Halle–Merseburg und Wasserkante tätig. 1932/33 war er Stadtverordneter in Harburg-Wilhelmsburg. Im März 1933 wurde Gotsche verhaftet und mehrere Monate im KZ Sonnenburg festgehalten. Nach der Entlassung musste er sich regelmäßig bei der Polizeiwache seines Wohnortes melden.

Antifaschistische Arbeitergruppe Mitteldeutschland (AAM): in den letzten Kriegsjahren gehörte sie zu den zahlenmäßig stärksten und bestorganisierten Widerstandsorganisationen im deutschen Reichsgebiet.

Im März 1945 rief die AAM zur Gründung bewaffneter Kampfgruppen auf und bildete Anfang April in Eisleben einen illegalen Bürgerausschuss mit anfänglich 26 Mitgliedern sowie eine 120 Mann starke, von ehemaligen RFB– und Reichsbanner-Mitgliedern geführte Miliz, die am 13. April kurz vor dem Einrücken der US-Armee die Polizei entwaffnete und das Rathaus besetzte. Von amerikanischen Offizieren wurde Gotsche zunächst als Landrat des Mansfelder See– und Gebirgskreises eingesetzt, nach einigen Wochen aber wegen „kommunistischer Umtriebe“ entlassen.

Gotsche, Büchner und Werner Eggerath versuchten unmittelbar nach Kriegsende, im Mansfelder Raum eine Partei der Werktätigenaufzubauen, die neben Kommunisten auch Sozialdemokraten einbinden sollte und konzeptionell von einer unmittelbar bevorstehenden „neue[n] revolutionäre[n] Welle“ ausging. Nach Angaben Gotsches umfasste diese Organisation, die noch unter amerikanischer Besatzung in einem Eislebener Kino eine illegale Delegiertenkonferenz abhielt, nach kurzer Zeit etwa 10.000 Mitglieder. Der Kreis um Gotsche und Büchner war überrascht, als sich im Sommer 1945 herausstellte, dass die sowjetischen Besatzungsbehörden und die KPD-Führung in Berlin auf der Bildung getrennter Arbeiterparteien bestanden und den politischen Ansatz der Mansfelder Organisation verwarfen.

Nach dem Einzug der Roten Armee wurde Gotsche im Juli 1945 zum 1. Vizepräsidenten, im März 1946 als Nachfolger Siegfried Bergers zum Präsidenten des Regierungsbezirk Merseburg ernannt und wechselte 1947 als Ministerialdirektor ins Ministerium des Innern des Landes Sachsen-Anhalt. 1949 ging Gotsche nach Berlin, wo er in der Folge über zwei Jahrzehnte im engsten Umfeld Walter Ulbrichts arbeitete. Bis 1960 war Gotsche Ulbrichts persönlicher Referent und leitete dessen Sekretariat im Ministerrat, anschließend bis 1971 das Sekretariat des neugeschaffenen Staatsrats. 1963 wurde er Kandidat, 1966 Mitglied des Zentralkomitees der SED, dem er bis zu seinem Tod angehörte

1928 hatte sich Gotsche dem Bund proletarisch-revolutionärer Schriftsteller angeschlossen, nachdem er bereits in den Jahren zuvor regelmäßig Reportagen in kommunistischen Zeitungen veröffentlicht hatte. Sein literarisches Debüt war der Roman Märzstürme, der erstmals 1933 gedruckt, jedoch von den Nationalsozialisten vernichtet wurde. 1953 erschien er in einer erweiterten Fassung, ein zweiter Band wurde 1971 veröffentlicht. Als sein bedeutendstes Werk, mit dem Gotsche in die sozialistische Literaturgeschichte einging, gilt Die Fahne von Kriwoj Rog. Das Buch erzählt die Geschichte einer Fahne, die den Mansfelder Bergarbeitern von ukrainischen Kollegen geschenkt wurde. Dieser Roman wurde 1967 unter gleichem Titel verfilmt. Ebenfalls verfilmt wurde das Buch Unser kleiner Trompeter; der Film lief 1964 unter dem Titel Das Lied vom Trompeter an.

Grab von Otto Gottsche auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde in Berlin

Otto Gotsche stellt eine fast legendäre Figur in den Mittelpunkt dieses Romans: den „kleinen Trompeter“. Fritz Weineck, dem das bekannte Lied vom kleinen Trompeter gilt, ist ein Hallenser Arbeiterjunge; im ärmsten Viertel der Stadt wuchs er auf; äußerste Not und die Solidarität der Arbeiter sind die bestimmenden Eindrücke seiner Kindheit.
Otto Gotsche verfolgt den Lebensweg des jungen Arbeiters, der – einer von vielen – 1925 im Hallenser Volkspark von der Polizei der Weimarer Republik ermordet wird. …

 

 

 

 

Ressourcen:

  • Otto Gotsche – Arbeiter, Schriftsteller und Politiker
  • GESTORBEN Otto Gotsche,30.12.1985
  • Romanführer A bis Z. Band II/1, Volk und Wissen – Volkseigener Verlag Berlin 1974, S. 255.
  • Bernd-Rainer BarthGotsche, Otto . In: Wer war wer in der DDR? 5. Ausgabe. Band 1Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4.
  • Jürgen Bonk: Otto Gotsche. In: Hans Jürgen Geerdts u. a.: Literatur der Deutschen Demokratischen Republik. Einzeldarstellungen. Berlin 1976.
  • Wolfgang Friedrich: Wege zur Literatur, Literatur und Gesellschaft, Otto Gotsche vom Arbeiterkorrespondenten und schreibendem Arbeiter zum Schriftsteller der Arbeiterklasse. Halle 1960.
  • Maritta Rost, Rosemarie Geist: Otto Gotsche, Bibliographie zum 80. Geburtstag. Leipzig 1984.
  • Rosemarie Preuß: Otto Gotsche. In: Gabriele Baumgarten, Dieter Helbig (Hrsg.): Biografisches Handbuch der SBZ/DDR, 1945 – 1990. München 1996, S. 235 f.

Unsere wunderschöne Rock-Musik mit klugen Texten in der DDR

Die besondere DDR-Rockmusik

In der DDR entwickelte sich eine eigene Musikkultur, die natürlich gerade bei der Rockmusik vom westlichen Musiktrend inspiriert war.

Auch meine westliche Lieblingsgruppe waren damals die englischen „The Beatles„. Und ich liebe heute noch viele Titel dieser legendären Gruppe. Wie wir heute wissen, wurde die Beatmusik von den globalen Satanisten gezielt in den 1960er Jahren in die Welt gebracht und massiv gefördert, so daß diese Beat-Bands damit im Westen auch sehr viel Geld verdienten.

Der erste Staatsratsvorsitzende der DDR, Walter Ulbricht, kritisierte die aus dem Westen kommende Musikkultur massiv. Für die DDR-Führung war die „Beat-Musik“

  • eine Waffe des kapitalistischen Klassenfeindes sowie
  • eine Möglichkeit der Verbreitung amerikanischer Lebensweise in der Welt.

Aus diesem Gründen wurde die Bewegung der Beatmusik in der DDR staatlich bevormundet, kontrolliert, eingeschränkt, Bands wurde teils verboten. Die Musiker versuchten in der DDR die Grenzen des sozialistischen Systems auszutesten, bekamen aber und nahmen sich jedoch auch Chancen und Möglichkeiten. In der Honecker-Ära bekamen Rockgruppen dann auch unter Auflagen (u.a. abgeschlossenen Musik-Ausbildung) gezielte Förderung ihrer Musikkunst. Kritisch blieb die DDR-Zensur bei den Lied-Texten. Aus dieser Situation ergab sich eine selbstbewußte und spezielle, ganz eigene DDR-Rockmusik die heute auch fälschlich „Ost-Rock“ bezeichnet wird.

Wir DDR-Bürger konsumierten die Musik in Klubhäusern, zu Feiern und Festveranstaltungen, im Radio und Fernsehen und auch über Schallplatten.

Vor allem in meiner Lehrzeit in Lauchhammer (1967- 1970) und anschließend während meines Studiums in Jena (1970-1976) erlebte ich die Anfänge der DDR-Beat- und Rockmusik.

Das Tanzen zur Rockmusik sah dann etwa so damals aus.

  • Scirocco – „Die Kultband des Ostens“ Sie war wohl die erste Beatgruppe, die ich Ende der 1960er Jahre als Lehrling in Lauchhammer, Ruhland und Ortrand erlebte. Die Beatband wurde mehrmals wegen „Verbreitung westlichen Liedgutes und antisozialistischer Musik“ verboten. 1970 erfolgten mit “Scirocco” für die Sendung ‘Notenbank’ heimliche Aufnahmen beim Deutschen Rundfunk (DFF), in der mit den Phudys und Scirocco erstmalig im DDR Fernsehen Rockgruppen zu sehen waren. Damit wurde der Scirocco-Titel “Sagen meine Tanten” bekannt.
  • Uve Schikora und seine Gruppe erlebte ich auch im Klubhaus Lauchhammer um 1970,  noch mit nachgespielten Titeln westlicher Beatgruppen. Später brachte die Uve Schikora Band das erste Rockalbum der DDR (Das Gewitter ) heraus. Die Gruppe wurde in den 1970er Jahren die ständige Begleitband vom Schlagerduo Chris Doerk und Frank Schöbel. Später verließ er die DDR. Uve Schikora arbeitet seitdem als Arrangeur, Komponist und Produzent, wobei er in Zusammenarbeit mit Jack White auch internationale Erfolge erreichte (z.B. für Ireen Sheer, Howard Carpendale, Vicky Leandros, David Hasselhoff )
  • Karat erlebte ich in Jena 1975 bei einer Studentenfeier als noch unbekannte Gruppe, aber schon damals mit hervorragenden eigenen Titeln.

Die bekanntesten Musikgruppen der DDR waren:

Die Alexanders | L’Attentat | Baltics | Bürkholz-Formation | Butlers (Band) | City (Band) | Diana Show Quartett | Electra (deutsche Band) | Feeling B | Die Firma (Rockband) | Freygang | Ichfunktion | Karat (Band) | Karussell | Keimzeit | Klaus Renft Combo | Klosterbrüder | Lift (Band) | Müllstation | Panta Rhei (Band) | Puhdys | Schleim-Keim | Silly (Band) | Die Skeptiker | Uve Schikora Combo | WIR | Zwitschermaschine.

https://musikanalyse.net/tutorials/bands-der-ddr/
https://musikanalyse.net/tutorials/bands-der-ddr/

Merkmale der DDR-Rockmusik

Aus dem Widerstand und dem Arrangement mit dem sozialistischen System entstand eine DDR-eigene Rockmusik, die zugleich Identität und Zugehörigkeit bei den Menschen stiftete.

  • melodisch
  • rhythmisch
  • klare Gitarren-Sounds
  • melancholisch („Die Melancholie ist die Mutter der Kreativität.“)
  • aufrüttelnd
  • mitreißend
  • inhaltsreich,  lyrisch und poetisch
  • deutsche Texte
  • wesentliche Lebens-Themen
  • (versteckt) gesellschaftskritisch
  • langlebig
  • kooperierend (Ost-Rockbands treten heute noch zusammen auf)

Die neue Ostrock-Hymne: HARDY und HEROES – Im Osten geboren

„HARDY und HEROES“, dahinter steht der Dessau-Roßlauer Musiker & Entertainer Frank „Hardy“ Wedler.  Er hat, wie ich auch, als Kind und Jugendlicher die „wilden Zeiten“ in der DDR mitgemacht. Er debütierte mit dem Lied „Im Osten geboren“ 2019, sprach damit die mitteldeutsche „DDR-Seele“ an und wurde dort erfolgreich.

Eine gute Zusammenfassung vieler Titel und Themen des DDR-Rocks:

Über sieben Brücken weit, mit Autos alt wie ein Baum
Man genoss als letzter Kunde jede Stunde in dem Apfeltraum
Mit der Jugendliebe bis ans Ende dieser Welt wär toll
Wär verdammt nicht dieser Regen und im Stadtpark Rock’n’Roll
Eine Nacht in der Ewigkeit
Eine wilde Zeit

Mit „Bonbons und Schokolade“ in den Knien, top super Frauen dabei
Den Farbfilm glatt vergessen, Casa Blanca is time goes by
Auf der Wiese Bataillon, bei Muriel, das war heiß
Doch am Abend mancher Tage Blumen aus Eis
Als ich fortging ehe die Liebe stirbt
Eine wilde Zeit

Im Osten geboren
Verrückt und verschworen
Hat manchen geschockt
Auch bei uns hat’s gerockt
Na klar, haben wir alle Rias gehört
Doch Rock aus der Zone
War Heimat und Herz
Die Lieder von damals
Wir können sie noch hören
Weil sie zum Sound unsres Lebens gehören
Gestern ist gestern, heute ist heut
Doch es war nun mal
Es war ’ne wilde Zeit
Woh oh oh oh
Es war ’ne wilde Zeit
Woh oh oh oh
Es war ’ne wilde Zeit
Woh oh oh oh
Es war ’ne wilde Zeit

Am Fenster, vorm Mont Klamot, aufm blauen Planet
Fühlte man wie nie zuvor die Zeit, die nie vergeht
Man war Meister aller Klassen, König der Welt
Clown in einem Zirkus, Hofnarr oder Held
Mittendrin im Traum aus Glas
Eine wilde Zeit

Im Osten geboren
Verrückt und verschworen
Hat manchen geschockt
Auch bei uns hat’s gerockt
Na klar, haben wir alle Rias gehört
Doch Rock aus der Zone
War Heimat und Herz
Die Lieder von damals
Wir können sie noch hören
Weil sie zum Sound unsres Lebens gehören
Gestern ist gestern, heute ist heut
Doch es war nun mal
Es war ’ne wilde Zeit
Woh oh oh oh
Es war ’ne wilde Zeit
Woh oh oh oh
Es war ’ne wilde Zeit
Woh oh oh oh
Es war ’ne wilde Zeit
Es war ’ne wilde Zeit
Woh oh oh oh
Es war ’ne wilde Zeit
Woh oh oh oh
Es war ’ne wilde Zeit
Woh oh oh oh
Es war ’ne wilde Zeit

Puhdys

Mit inzwischen über 22 (!) Million verkauften Tonträgern sind die Puhdys, die zu DDR-Zeiten 12x zur beliebtesten Rockband des Landes gewählt wurden, die wahre Gallionsfigur unter den Legenden des Ostrock.

City

Auch City, die mit „Am Fenster“ bereits 1978 eine deutsch-deutsche Hymne abgeliefert haben, sind bis heute aktiv und erfolgreich und stehen mit ihren Hits „Flieg ich durch die Welt“, „Pfefferminzhimmel“ oder „Casablanca“ wie kaum eine andere Band für die Qualität des Ostrocks.

Karat

Karat sind ebenfalls aus der Szene nicht wegzudenken. Mit dem Überhit „Über sieben Brücken“ – den sich sogar Peter Maffay ausgeliehen hat – stellen sie berechtigt Anspruch auf einen der vier Spitzenplätze in der Riege der Ostrocklegenden. Songs wie „Jede Stunde“, „Schwanenkönig“, „Albatros“ und natürlich „Der blaue Planet“ untermauern dies nochmals.

Silly

Silly schließlich stehen für Ehrlichkeit und kritische Texte, das hat die Band um die bereits verstorbene charismatische Sängerin Tamara Danz auf den Spitzenplatz gehoben. „Mont Klamott“, „Bataillon D’Amour“ oder „Halloween in Ostberlin“ sind unvergessen und auch heute noch im Repertoire der im Herbst wieder auf Tour gehenden Band ein Muss.

Die Schicksale der mitteldeutschen Pop- und Rockbands nach der Wende

Das DDR-Ende brachte zunächst einen „geradezu plötzlichen Stillstand in der Musikszene„, da es keine Auftrittsmöglichkeiten mehr gab, die gesamten kulturellen Rahmenbedingungen sich für Musiker und Bands änderten.

  • Einige Rockgruppen gaben/hörten auf,
  • einige wurden (absichtlich) vergessen,
  • einige Musiker orientierten sich beruflich neu,
  • einige wurden „wiederentdeckt“,
  • einige machten „gesamtdeutsche“ Karriere.

SILLY – ALLES ROT 

SILLY am 29.06.2010 – Alles Rot Tour – Magdeburg Altes Theater

In mir drin ist alles rot
Das Gegenteil von tot. Mein Herz
Es schlägt sich noch ganz gut
In mir drin ist alles rot
Und du bist ein Idiot, mein Freund
Du verschmähst mein süßes Blut

ALLES ROT SONGTEXT

Ressourcen

https://www.ostbeat.de/
http://www.puhdysfanpage.de/ost-bands/
https://musikanalyse.net/tutorials/bands-der-ddr/