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Unsere wunderschöne Rock-Musik mit klugen Texten in der DDR

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Die besondere DDR-Rockmusik

In der DDR entwickelte sich eine eigene Musikkultur, die natürlich gerade bei der Rockmusik vom westlichen Musiktrend inspiriert war.

Auch meine westliche Lieblingsgruppe waren damals die englischen „The Beatles„. Und ich liebe heute noch viele Titel dieser legendären Gruppe. Wie wir heute wissen, wurde die Beatmusik von den globalen Satanisten gezielt in den 1960er Jahren in die Welt gebracht und massiv gefördert, so daß diese Beat-Bands damit im Westen auch sehr viel Geld verdienten.

Der erste Staatsratsvorsitzende der DDR, Walter Ulbricht, kritisierte die aus dem Westen kommende Musikkultur massiv. Für die DDR-Führung war die „Beat-Musik“

  • eine Waffe des kapitalistischen Klassenfeindes sowie
  • eine Möglichkeit der Verbreitung amerikanischer Lebensweise in der Welt.

Aus diesem Gründen wurde die Bewegung der Beatmusik in der DDR staatlich bevormundet, kontrolliert, eingeschränkt, Bands wurde teils verboten. Die Musiker versuchten in der DDR die Grenzen des sozialistischen Systems auszutesten, bekamen aber und nahmen sich jedoch auch Chancen und Möglichkeiten. In der Honecker-Ära bekamen Rockgruppen dann auch unter Auflagen (u.a. abgeschlossenen Musik-Ausbildung) gezielte Förderung ihrer Musikkunst. Kritisch blieb die DDR-Zensur bei den Lied-Texten. Aus dieser Situation ergab sich eine selbstbewußte und spezielle, ganz eigene DDR-Rockmusik die heute auch fälschlich „Ost-Rock“ bezeichnet wird.

Wir DDR-Bürger konsumierten die Musik in Klubhäusern, zu Feiern und Festveranstaltungen, im Radio und Fernsehen und auch über Schallplatten.

Vor allem in meiner Lehrzeit in Lauchhammer (1967- 1970) und anschließend während meines Studiums in Jena (1970-1976) erlebte ich die Anfänge der DDR-Beat- und Rockmusik.

Das Tanzen zur Rockmusik sah dann etwa so damals aus.

  • Scirocco – „Die Kultband des Ostens“ Sie war wohl die erste Beatgruppe, die ich Ende der 1960er Jahre als Lehrling in Lauchhammer, Ruhland und Ortrand erlebte. Die Beatband wurde mehrmals wegen „Verbreitung westlichen Liedgutes und antisozialistischer Musik“ verboten. 1970 erfolgten mit “Scirocco” für die Sendung ‘Notenbank’ heimliche Aufnahmen beim Deutschen Rundfunk (DFF), in der mit den Phudys und Scirocco erstmalig im DDR Fernsehen Rockgruppen zu sehen waren. Damit wurde der Scirocco-Titel “Sagen meine Tanten” bekannt.
  • Uve Schikora und seine Gruppe erlebte ich auch im Klubhaus Lauchhammer um 1970,  noch mit nachgespielten Titeln westlicher Beatgruppen. Später brachte die Uve Schikora Band das erste Rockalbum der DDR (Das Gewitter ) heraus. Die Gruppe wurde in den 1970er Jahren die ständige Begleitband vom Schlagerduo Chris Doerk und Frank Schöbel. Später verließ er die DDR. Uve Schikora arbeitet seitdem als Arrangeur, Komponist und Produzent, wobei er in Zusammenarbeit mit Jack White auch internationale Erfolge erreichte (z.B. für Ireen Sheer, Howard Carpendale, Vicky Leandros, David Hasselhoff )
  • Karat erlebte ich in Jena 1975 bei einer Studentenfeier als noch unbekannte Gruppe, aber schon damals mit hervorragenden eigenen Titeln.

Die bekanntesten Musikgruppen der DDR waren:

Die Alexanders | L’Attentat | Baltics | Bürkholz-Formation | Butlers (Band) | City (Band) | Diana Show Quartett | Electra (deutsche Band) | Feeling B | Die Firma (Rockband) | Freygang | Ichfunktion | Karat (Band) | Karussell | Keimzeit | Klaus Renft Combo | Klosterbrüder | Lift (Band) | Müllstation | Panta Rhei (Band) | Puhdys | Schleim-Keim | Silly (Band) | Die Skeptiker | Uve Schikora Combo | WIR | Zwitschermaschine.

https://musikanalyse.net/tutorials/bands-der-ddr/
https://musikanalyse.net/tutorials/bands-der-ddr/

Merkmale der DDR-Rockmusik

Aus dem Widerstand und dem Arrangement mit dem sozialistischen System entstand eine DDR-eigene Rockmusik, die zugleich Identität und Zugehörigkeit bei den Menschen stiftete.

  • melodisch
  • rhythmisch
  • klare Gitarren-Sounds
  • melancholisch („Die Melancholie ist die Mutter der Kreativität.“)
  • aufrüttelnd
  • mitreißend
  • inhaltsreich,  lyrisch und poetisch
  • deutsche Texte
  • wesentliche Lebens-Themen
  • (versteckt) gesellschaftskritisch
  • langlebig
  • kooperierend (Ost-Rockbands treten heute noch zusammen auf)

Die neue Ostrock-Hymne: HARDY und HEROES – Im Osten geboren

„HARDY und HEROES“, dahinter steht der Dessau-Roßlauer Musiker & Entertainer Frank „Hardy“ Wedler.  Er hat, wie ich auch, als Kind und Jugendlicher die „wilden Zeiten“ in der DDR mitgemacht. Er debütierte mit dem Lied „Im Osten geboren“ 2019, sprach damit die mitteldeutsche „DDR-Seele“ an und wurde dort erfolgreich.

Eine gute Zusammenfassung vieler Titel und Themen des DDR-Rocks:

Über sieben Brücken weit, mit Autos alt wie ein Baum
Man genoss als letzter Kunde jede Stunde in dem Apfeltraum
Mit der Jugendliebe bis ans Ende dieser Welt wär toll
Wär verdammt nicht dieser Regen und im Stadtpark Rock’n’Roll
Eine Nacht in der Ewigkeit
Eine wilde Zeit

Mit „Bonbons und Schokolade“ in den Knien, top super Frauen dabei
Den Farbfilm glatt vergessen, Casa Blanca is time goes by
Auf der Wiese Bataillon, bei Muriel, das war heiß
Doch am Abend mancher Tage Blumen aus Eis
Als ich fortging ehe die Liebe stirbt
Eine wilde Zeit

Im Osten geboren
Verrückt und verschworen
Hat manchen geschockt
Auch bei uns hat’s gerockt
Na klar, haben wir alle Rias gehört
Doch Rock aus der Zone
War Heimat und Herz
Die Lieder von damals
Wir können sie noch hören
Weil sie zum Sound unsres Lebens gehören
Gestern ist gestern, heute ist heut
Doch es war nun mal
Es war ’ne wilde Zeit
Woh oh oh oh
Es war ’ne wilde Zeit
Woh oh oh oh
Es war ’ne wilde Zeit
Woh oh oh oh
Es war ’ne wilde Zeit

Am Fenster, vorm Mont Klamot, aufm blauen Planet
Fühlte man wie nie zuvor die Zeit, die nie vergeht
Man war Meister aller Klassen, König der Welt
Clown in einem Zirkus, Hofnarr oder Held
Mittendrin im Traum aus Glas
Eine wilde Zeit

Im Osten geboren
Verrückt und verschworen
Hat manchen geschockt
Auch bei uns hat’s gerockt
Na klar, haben wir alle Rias gehört
Doch Rock aus der Zone
War Heimat und Herz
Die Lieder von damals
Wir können sie noch hören
Weil sie zum Sound unsres Lebens gehören
Gestern ist gestern, heute ist heut
Doch es war nun mal
Es war ’ne wilde Zeit
Woh oh oh oh
Es war ’ne wilde Zeit
Woh oh oh oh
Es war ’ne wilde Zeit
Woh oh oh oh
Es war ’ne wilde Zeit
Es war ’ne wilde Zeit
Woh oh oh oh
Es war ’ne wilde Zeit
Woh oh oh oh
Es war ’ne wilde Zeit
Woh oh oh oh
Es war ’ne wilde Zeit

Puhdys

Mit inzwischen über 22 (!) Million verkauften Tonträgern sind die Puhdys, die zu DDR-Zeiten 12x zur beliebtesten Rockband des Landes gewählt wurden, die wahre Gallionsfigur unter den Legenden des Ostrock.

City

Auch City, die mit „Am Fenster“ bereits 1978 eine deutsch-deutsche Hymne abgeliefert haben, sind bis heute aktiv und erfolgreich und stehen mit ihren Hits „Flieg ich durch die Welt“, „Pfefferminzhimmel“ oder „Casablanca“ wie kaum eine andere Band für die Qualität des Ostrocks.

Karat

Karat sind ebenfalls aus der Szene nicht wegzudenken. Mit dem Überhit „Über sieben Brücken“ – den sich sogar Peter Maffay ausgeliehen hat – stellen sie berechtigt Anspruch auf einen der vier Spitzenplätze in der Riege der Ostrocklegenden. Songs wie „Jede Stunde“, „Schwanenkönig“, „Albatros“ und natürlich „Der blaue Planet“ untermauern dies nochmals.

Silly

Silly schließlich stehen für Ehrlichkeit und kritische Texte, das hat die Band um die bereits verstorbene charismatische Sängerin Tamara Danz auf den Spitzenplatz gehoben. „Mont Klamott“, „Bataillon D’Amour“ oder „Halloween in Ostberlin“ sind unvergessen und auch heute noch im Repertoire der im Herbst wieder auf Tour gehenden Band ein Muss.

Die Schicksale der mitteldeutschen Pop- und Rockbands nach der Wende

Das DDR-Ende brachte zunächst einen „geradezu plötzlichen Stillstand in der Musikszene„, da es keine Auftrittsmöglichkeiten mehr gab, die gesamten kulturellen Rahmenbedingungen sich für Musiker und Bands änderten.

  • Einige Rockgruppen gaben/hörten auf,
  • einige wurden (absichtlich) vergessen,
  • einige Musiker orientierten sich beruflich neu,
  • einige wurden „wiederentdeckt“,
  • einige machten „gesamtdeutsche“ Karriere.

SILLY – ALLES ROT 

SILLY am 29.06.2010 – Alles Rot Tour – Magdeburg Altes Theater

In mir drin ist alles rot
Das Gegenteil von tot. Mein Herz
Es schlägt sich noch ganz gut
In mir drin ist alles rot
Und du bist ein Idiot, mein Freund
Du verschmähst mein süßes Blut

ALLES ROT SONGTEXT

Ressourcen

https://www.ostbeat.de/
http://www.puhdysfanpage.de/ost-bands/
https://musikanalyse.net/tutorials/bands-der-ddr/

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